Als Nebenprojekt betreibe ich, zusammen mit Nici, den Blechschilder-Shop. Dazu lasse ich hinter die Kulissen blicken und verblogge unsere Erfahrungen und Umsätze laufend.

Wir fragten in Twitter nach dem besten Zeitpunkt für Bestellungen.

Abends oder an Schlechtwetter-Wochenenden

Es kamen einige Antworten. Meist so: “abends oder an Wochenenden, wenn das Wetter schlecht ist.” Nicht extrem überraschend, aber tatsächlich hatten wir primär tagsüber getweetet. Dasselbe gilt für Facebook.
zeiten-online-shops-schweiz

Wann sind unsere Fans in Facebook?

Facebook Likers Blechschilder
Diese Grafik zeigt die Online-Zeiten unserer Likers auf Facebook. Da heisst nicht, dass sie unbedingt Produkte kaufen wollen. In Facebook-Seminaren zeige ich eher das Gegenteil auf – und wie KMU damit geschickt umgehen können.

Jetzt kann man die Grafik noch für jeden Wochentag ausgeben, was zu einer Überdosis Grafiken führen würde. Trotzdem eine:

Mittwochs sind Facebook-Fans eher abends online

Facebook Fans mitwochs
Überdurchschnittlich am Abend online sind unsere Likers am Mittwoch. Ist halt noch nicht Wochenende. Daraus ergibt sich in unserem Fall: Tweets und Facebook-Posts am Mittwoch-Abend fallen wohl am ehesten auf fruchtbaren Boden.

Aufmerksamkeit mit Handlungsmöglichkeit

Da wir idealerweise dann twittern, wenn Leute auch bereit sind, eine Online-Bestellung zu tätigen, wollte ich es noch etwas genauer wissen. Wir wissen: Tweets sind sehr kurzlebig. Wie alles, was dort veröffetnlicht wird, wo viele Menschen sich tummeln.

Vor allem, wenn wir also Produkte oder Angebote wie Gutscheincodes etc veröffentlichen, sollten die Leser zu einem Zeitpunkt davon lesen, wenn sie nicht direkt in einer dringenden Sitzung mit dem Chef sitzen.

Mehr Daten von Online-Shops

Interessanterweise hat sich die Firma eTaktiker in Luzern zu Wort gemeldet. Sie optimieren grössere Online-Shops für Suchmaschinen und müssen dazu logischerweise viele Statistiken auswerten. Anonymisiert haben sie mir für diese Umfrage und Blogpost einige “Wellen” zugesandt – also Besuche pro Tageszeit. (Danke Daniel!)

Conversion Rates nehmen ab 22:00 Uhr ab (bis ca 7:00)

Auch hier wollte ich wissen, wie sich die effektiven Bestellungen in der Woche und im Tag verteilen. Besucher sind ja schön und recht – schlussendlich wollen wir aber meist mehr. In einem Online-Shop liegt das natürlich auf der Hand. (Aber auch Ihre Website sollte konkrete Ziele haben, nicht einfach nur schön sein und dem Chef gefallen.)

Die Antwort dazu: die Conversion Rate (also wieviele der Besucher wirklich kaufen) ist tagsüber recht stabil. Abends ab 22 Uhr nimmt sie dann ab und steigt wieder ab ca 7 Uhr morgens.

Wann wirklich online bestellt wird

Jetzt kommen sie. Die harten Zahlen. Sie veranlassen mich dazu, Anpassungen an unseren Tweet-Zeiten und Facebook-Zeiten vorzunehmen. Grundsätzliche Diskussionen werden nach wie vor (hauptsächlich in Twitter) tagsüber stattfinden. Konkrete Angebote und Produkt-Vorstellungen eher abends und am Wochenende.

Beispiel 1: Shop zum Thema “Fashion etc.”

(Grafik: September 2014)
beispiel-shop-mode

Daraus sieht man die Verteilung über die Woche.

Interessant für Shop-Betreiber: Freitag und Samstag laufen vergleichsweise schlechter. Deutlich mit jeweils ein Minus von 15% von Donnerstag auf Freitag. Hätte ich nicht erraten. Wir haben selbst eher noch zu wenig Daten – da springt alles noch zu sehr nach jedem Tweet.

Beispiel 2: Shop zum Thema “Pflege”

(Grafik: September 2014)
beispiel-shop-pflege

Dieser Shop ist scheinbar einiges kleiner. Die Tage springen noch etwas stärker wegen äusseren Einflüssen. Hier sticht eher der Samstag negativ heraus. Obwohl unser September wettermässig nicht der Brüller war, merkt man offensichtlich, dass Leute nach draussen gehen und abends eher anderes vor haben.

Beispiel 3: Shop zum Thema “Allerlei”

(Grafik: September 2014)
beispiel-shop-allerlei

Diese Kurve sieht wieder komplett anders aus. Zwei deutliche Peaks an Sonntagen – wohl wegen dem versandten Newsletter(?). Anders kann ich das nicht erklären.

Zu diesem Shop haben wir zudem stündliche Kurven zu den Wochenenden.
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Oben: Erster Samstag. Peak um 10:00 morgens und dann erst wieder um 21:00 Uhr.

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Oben: Zweiter Samstag. Peak um 10:00 morgens, dann um 16:00 (wie war das Wetter?) und dann zwischen 20:00 und 21:00 wieder (lief nichts am TV?).

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Oben: Erster Sonntag. Vergleichsweise viele Leute online tagsüber verteilt, man beachte die Skala der Y-Achse (Wetter schlecht?). Deutlicher Peak abends um 20:00 Uhr.

beispiel-shop-allerlei-sonntag-2
Oben: Zweiter Sonntag. Etwas weniger Leute online, das Wetter tendenzeill vielleicht besser. Ein Tief zum Mittagessen – von 19:00 bis 21:00 wieder mehr Leute online.

Ich habe auch Daten zu einzelnen Stunden an den Wochentagen erhalten – leider aber in einem Format, das meine bescheidenen Excel-Mathematik-Kenntnisse überfordert – sonst hätte ich mehr zu Stunden unter der Woche sagen können. Falls jemand 670 Zeilen zu den 24 Stunden gruppieren will – einfach melden in den Kommentaren – da kann ich den Artikel ergänzen.

Beispiel 4: Shop zum Thema “Heim-Zubehör”

(Grafik: September 2014)
beispiel-shop-home-accessoires

Eher ein kleiner Shop. Hier laufen Sonntage und danach die Montage recht gut. Offensichtlich sehen einige am Wochenende, was sie noch bräuchten, warten aber, bis sie im Büro sind, um zu bestellen.

Beispiel 5: Shop zum Thema “Industriebedarf”

(Grafik: September 2014)
beispiel-shop-industrie-b2b

Ein B2B-Shop für Industriebedarf. Da erwartet man eine gewisse Abweichung. Hier laufen die Wochenenden unüberraschenderweise am wenigsten. Aber doch nicht null. Offensichtlich haben einige EInkäufer auch am Wochenende den Kopf an der Arbeit – das Wetter war wohl schlecht genug dafür.

Fazit

Ich habe die Zeit-Slots für Facebook, Google+ und Twitter des Blechschilder-Shops entsprechend recht drastisch geändert. Was aber dennoch zu beachten ist: Twitter und Co sehe ich nicht als direkte Verkaufskanäle. Sie decken im AIDA eher das erste “A” und mit Wiederholung (bei den Followern) zusätzlich dann “I” und “D” ab.

Mit Gutscheinen bringt man natürlich immer wieder Bestellungen hin. Nachhaltiger wäre es an dieser Stelle dann aber, die Leute dazu zu bringen, sich für den Newsletter anzumelden, wodurch man sie später mehrmals mit guten Inhalten “bearbeiten” kann. In der Inbox, mit weniger Ablenkung durch Ferienfotos von Freunden.

An dieser Stelle würde es mich natürlich freuen, wenn Sie sich für meinen Social Media Insider Letteranmelden. Sie erhalten als Dank meinen KMU-Ratgeber “12 Schritte zu mehr Wirksamkeit im Web für KMU“, der eigentlich kosten müsste ;-)