Soziale Netzwerke in der Schweiz – welche sind die Wichtigsten? Oft werde ich das gefragt.

Die Antwort ist etwas komplizierter als diese Übersicht. Für jedes Unternehmen sind andere Funktionalitäten nützlich. Auf die reinen Benutzerzahlen kommt es nicht an. Hier eine Übersicht der Nutzung in der Schweiz.

Update November 2018: einiges aufgefrischt, ältere Plattformen gestrichen. Dezember 2018: kleine Updates im Text.

Soziale Netzwerke in der Schweiz

Auflistung sortiert nach der Anzahl aktiver Nutzer.

  1. WhatsApp6.5 Mio. (hochgerechnet aus der xeit.ch-Social-Media-Umfrage 2018)
  2. YouTube5.5 Mio. (Hochrechnung aus dem IGEM digiMonitor, 2018)
  3. Facebook.com3.8 Mio. (Quelle: Facebook Werbeanzeigenmanager; aktive Nutzer)
  4. Instagram2.5 Mio. (Quelle: Facebook Werbeanzeigenmanager)
  5. Snapchat1’340’000 – 1’475’000 (Quellen: Yourposition.ch, IGEM digiMonitor 2018), davon 750’000 älter als 21 Jahre
  6. LinkedIn1.2 Mio. (IGEM digiMonitor, 2018). LinkedIn selber gibt 2.2 Mio. Nutzer aus der Schweiz an und zählt dabei wohl viele inaktive Accounts mit.
  7. Twitter920’000 (IGEM digiMonitor, 2018)
  8. Pinterest900’000 (IGEM digiMonitor, 2018, seit 2015 stark angestiegen; siehe meine Pinterest-Marketing-Tipps)
  9. Xing900’000 (Quelle: Xing)

Alles bleibt in Bewegung

Die Zahlen haben sich seit meiner ersten solchen Liste von 2012 extrem verändert. Social Media ist interaktiv und beweglich. Ganz vorne dabei die alten Plattformen YouTube und das noch ältere Facebook.

Welche sind denn wichtig?

It depends – es kommt drauf an.

Egal welche Plattform gerade “in” ist – Social Media gehört in ein übergeordnetes Konzept. Welchen Platz soll Interaktion auf Social Media in deinem Funnel einnehmen? Das ist eine Grundfrage. Christian hat eine gute Erklärung dazu: Was ist ein Funnel und warum braucht man das?

Wirksam ist ein Netzwerk dann, wenn man die Kapazität hat, es zu pflegen. Social Media Plattformen bauen auf Aktualitäten auf. Es ist immer das sichtbar, was jetzt gerade läuft. Veröffentlicht man nichts, ist man unsichtbar. Zusätzlich hat man gute Optionen, die Zielgruppe direkter anzusprechen – via Werbeanzeigen auf Facebook, zum Beispiel. Lies dazu meine 13 Tipps, um Facebook geschäftlich zu nutzen.

In den meisten Branchen nimmt beispielsweise Video einen immer höheren Stellenwert ein. Doch Inhalte sind gefragt. Einen leeren YouTube-Account zu eröffnen bringt deshalb genau so wenig, wie die Eröffnung einer Facebook-Fanseite ohne Inhalte und Integration in der bestehenden Website. Ein Video auf YouTube wird nicht automatisch gesehen, nur weil man es auf YouTube geladen hat – ein Konzept für die Verbreitung ist nötig.

Wenn du erfahren willst, wie die Social Media Plattformen innerhalb der “Reise deiner Kunden” eingesetzt werden können, damit die investierte Zeit sich lohnt, besuche unser Webinar “Kunden gewinnen im Web” (kostenlos).

Facebook ist Platzhirsch

Facebook ist weiterhin Platzhirsch Nummer 1. Auch im B2B-Bereich – durch die ausgebauten Business-Funktionen sowie das zielgruppenspezifische Werben ausserhalb von Facebook. Du kannst Menschen ansprechen, die sich nicht auf Facebook bewegen. Oder Menschen, die ähnlich sind, wie deine bisherigen Kunden.

Ich führe regelmässig Facebook-Marketing-Kurse in Zürich durch. In kleinen Klassen – mit garantierter Durchführung. Es werden keine Durchführungsorte oder Termine verschoben, wie mir Leute von anderen Anbietern berichten.

Auch auf dieser Website habe ich viel über den Einsatz von Facebook fürs Marketing geschrieben. Instagram gehört ja auch zu Facebook.

Instagram legt massiv zu

Beachtet man sogar, dass Instagram und WhatsApp ebenfalls zu Facebook gehören, so erkennt man die Macht dieser Plattform (und der Daten). Bei den jüngeren Nutzer*innen hat Facebook an Wichtigkeit verloren, dafür hat Instagram zwischen 2017 und 2018 von 1,8 auf 2,5 Mio. zugelegt.

Snapchat, Pinterest & Co.

Snapchat ist nicht mehr neu (älter als Google+!). Snapchat machte anfänglich einiges recht anders, als andere Plattformen. Snapchat wird unter jüngeren Generationen (immer noch) stark genutzt – zum Beispiel als Messenger.

Vor einer Weile sprach ich vom Netzwerk, das alle Jungen nutzen und ihre Eltern keine Ahnung haben. Mittlerweile kennen auch die Älteren Snapchat. Selbst nutze ich es selten – weil ein Messenger-Dienst wenig Sinn macht, wenn mein Umfeld nicht damit kommuniziert. Das ist bei Jüngeren ganz anders: viele nutzen Snapchat (schau einfach mal in der S-Bahn ein bisschen rum).

Zu diesem Thema unbedingt über das Schweizer Beispiel für Snapchat bei “Wir, die Gebäudetechniker” lesen! Eine ihrer Aussagen: “Wir haben es praktisch noch nie erlebt, dass etwas auf Snapchat nicht funktioniert hätte” – und das in der Schweiz! :)

Allerdings hat es Snapchat schwer, seit Facebook die Story-Funktion kopierte und in Facebook, Instagram und auch in WhatsApp einbaute (siehe unten). Seither hat das Wachstum gestoppt.

Snapchat Benutzer 2018

Auch Pinterest hat extrem zugelegt. Eine grosse Chance für Unternehmen – siehe dazu mein Artikel “Pinterest als Unternehmen nutzen: So entwickelst du deine Strategie”. Darin berichte ich von erstaunlichen Effekten, die ich auf Pinterest erlebt habe. Pinterest ist neben Facebook, YouTube und Instagram eine Plattform, die “normale, alte Leute wie ich” (Jahrgang 1976) oft nutzen. Sprich: in meinem Umfeld ausserhalb von Technik-Freaks nutzen viele Leute Pinterest, um Ideen zu sammeln. Pinterest ist “weiblich”: 77% der Nutzer*innen in der Schweiz sind Frauen.

Im Gegenteil dazu Twitch: Dort sind 85% der Nutzer*innen Männer. Die eGames-Plattform habe ich ein bisschen auf dem Radar – und auch ein Profil dort. Da verfolge ich die Entwicklungen, werde allenfalls auch meine üblichen Praxis-Experimente machen (denn Zahlen und Theorie sind nur ein Bruchteil der Wahrheit). Noch gibt es nicht sehr viel von meiner Seite her zu sagen – ich update diesen Artikel aber regelmässig. Setz ein Lesezeichen!

Visuelle Branchen wie Tourismus etc

In “visuellen” Branchen wie Tourismus, Architektur, Design oder Mode sind visuelle Plattformen wie YouTube, Pinterest oder Instagram relevant.

Instagram hat sich mittlerweile in solchen Branchen etabliert – die Werbemöglichkeiten auf der Plattform (die zu Facebook gehört) sind recht umfangreich: Arbeiten mit genauen Zielgruppen, Custom Website Audiences, Lookalike Audiences ist jetzt möglich. Folgender Artikel hilft dir damit: “Nutzt du Facebook-Zielgruppen bisher falsch?”

Komplexere Produkte (oder B2B)

In Branchen mit komplexeren Produkten – wie Sportgeräte, Maschinen, Software, Werkzeuge, Gadgets etc. – wird Video (z.B. auf YouTube) wichtig für Produktvorstellungen, Anleitungen, Vergleiche. Man überbrückt somit eine grosse Hürde und geht hin zum interessierten, potentiellen Kunden. Und das schon während seiner Evaluationsphase, dann, wenn es wirklich drauf an kommt.

Erstaunlich: YouTube ist die zweitgrösste Suchmaschine. Unser Hirn verarbeitet Visuelles 60’000 Mal schneller als Text. Video ist skalierbar – orts- und zeitunabhängig. Firmen tun also gut daran, KnowHow im Bereich Video aufzubauen, zum Beispiel mit den 9 Tipps für bessere Videos von meiner Frau Judith Steiner. Oder für Ambitionierte: mit einem firmeninternen Videokurs.

Trend: Stories – was ist das?

Snapchat hat mit der Story-Funktion eine ganz neue Kategorie von Inhalten ins Leben gerufen.

Facebook, das Snapchat kaufen wollte – aber abgelehnt wurde, hat diese Funktion dann kopiert und in 3 stark genutzte Apps eingebaut: Instagram, Facebook und WhatsApp. Alle drei haben nun auch eine Story-Funktion drin, bei Instagram wird es meiner Erfahrung nach sehr stark genutzt. In der Zwischenzeit kämpft Snapchat ums Überleben. Sie schaffen es nicht mehr, neue Nutzer zu gewinnen (siehe Grafik oben).

Was sind Stories?

Stories – wie in Instagram, Facebook, WhatsApp und Snapchat sind primär auf Mobilgeräte ausgerichtete Inhalte im Hochformat – Bilder, Videos und Live-Streams – die sehr schnell erstellt (“on the fly”), meist nicht auf Hochglanz poliert werden, sondern eine spielerische Nahbarkeit vermitteln.

Sehr oft eingesetzt für spannende Blicke hinter die Kulissen.

Ich bin überzeugt, dass dieses Format aus den jüngeren Generationen ausbrechen wird und breiter geschätzt werden wird. Wir haben hochpolierte Inhalte satt und wollen die wirklichen Geschichten sehen, mehr Echtheit. Lies unbedingt, was der Verband “Wir, die Gebäudetechniker” mit diesem Format in der Schweiz erlebt.

Stories ermöglichen es nun auch für kleinere KMU, ansprechende, multimediale Inhalte in kurzer Zeit zu produzieren.

Interaktives Live-Video

Generell gilt: Video kommt und kommt. Das zeigt sich sehr eindrücklich auf Facebook, das Videos geradezu “boostet”. Auch Live-Video boomt: Facebook Live und Instagram Live beispielsweise. Auch bei YouTube kann man Livestreams senden – ebenfalls bei Twitter (via Periscope).

Eine logische Entwicklung. Interaktives Live-Video ist nicht mehr so weit weg von direkter 1:1-Begegnung. Vorteil: ortsunabhängig. Warum KMU davon profitieren sollten.

LinkedIn und Xing in Büro-Branchen

Xing und LinkedIn haben ihre Benutzerzahlen seit meiner ersten Liste vervielfacht, wobei LinkedIn mittlerweile viel interessanter ist (siehe Blogeintrag “LinkedIn vs. Xing in der Schweiz”).

Businessplattformen wie LinkedIn und Xing sind eher in “Büro-Branchen” wichtig, nicht so sehr in handwerklichen, manuellen Berufen. In diesen Netzwerken geht’s stark um “Employer Branding” und “Personal Branding”.

LinkedIn hat Xing mittlerweile überholt und wird interessant. Interaktionsraten sind auf LinkedIn um ein Vielfaches höher, als bei Xing, was auf eine viel stärkere Nutzung hinweist. Aufmerksamkeitspotential wird nicht nur durch die Anzahl Nutzer bestimmt, sondern auch durch die durchschnittliche Nutzungsdauer.

LinkedIn kann man zudem viel besser als Xing als Bestandteil eine Online-Marketing-Funnels (Was ist ein Funnel?) nutzen – LinkedIn kennt zum Beispiel Website-Zielgruppen. Man kann also Retargeting einsetzen.

Xing ist auf dem Sinkflug. Schaut man genau hin – beispielsweise in Xing-Gruppen – sieht man vor allem viel Spam, und die View-Zahlen sind tief (siehe Bild).

Sind WhatsApp und Snapchat soziale Netzwerke?

WhatsApp habe aus Referenzgründen in der Liste. Es ist kein soziales Netzwerk im klassischen Sinn, unter anderem auch, weil man derzeit mal abgesehen von WhatsApp-Gruppen keine Möglichkeit hat, innerhalb der App neue Menschen kennenzulernen. Das ist bei Snapchat auch ein Problem.

Warum ich die beiden Apps in der Liste habe?

Snapchat, weil es so gehandhabt wird und immerhin einen Discover-Bereich hat, sowie Tagging-Funktionen wie Instagram. WhatsApp gehört seit Langem Facebook und ist in derListe, um zu zeigen, wie sich der Facebook-Konzern ausgebreitet hat. Kaum jemand nutzt heute gar nichts aus dem Hause Facebook.

Weitere Quellen und Statistiken

Interssant ist die Social-Media-Studie der Schweizer Agentur xeit. Die wichtigsten Resultate von 2017: Die grossen Aufsteiger seit letztem Jahr sind Instagram, Snapchat und YouTube. Messenger (WhatsApp und Facebook Messenger) sind stark auf dem Vormarsch.

Am meisten genutzt werden laut der xeit-Umfrage YouTube und Facebook. Am wenigsten Twitter, Pinterest und Snapchat (letzteres nur bei den über 19-Jährigen – bei den jüngeren ist es top, dazu auch dieses Interview). Quelle

Marketing.ch hat verschiedene Statistiken zur Social-Media-Nutzung in der Schweiz online, die in einem PDF zusammengefasst sind. Darin steht u.a., dass in Sachen Marktanteil Pinterest seit letztem Jahr zugelegt hat, während Facebook Marktanteil verloren hat.

Auch von Ey gibt es eine Social Media-Studie. Demnach nutzen rund 70% der Schweizer Bevölkerung täglich WhatsApp, knapp 60% Facebook. Es folgen Google+ (erstaunlicherweise!), Instagram, LinkedIn und Snapchat.

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Dabei integrieren wir die zu deiner Situation passenden sozialen Netzwerke in dieses System ein.

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