Kennst du das: Du siehst für deine Firma viel Potenzial im Web, aber dein Chef blockiert?

Vielleicht ist es Zeit, dass du dich nach einem neuen Job umschaust. Vorher aber noch ein letzter Lösungsansatz, wie du deine Geschäftsleitung überzeugst und dein Unternehmen im Web weiter bringst.

Was du brauchst, um deinen Chef oder deine Chefin zu überzeugen, sind konkrete Ergebnisse aus der eigenen Firma. Mit bestehenden Studien und externen Zahlen zu argumentieren, funktioniert nicht. Doch wie kommst du an konkrete Zahlen für das eigene Unternehmen, wenn die Geschäftsleitung deine Ideen blockiert?

Die Lösung: ein Web-Marketing-Pilotprojekt. Mit begrenztem Zeitaufwand und kleinem Budget. Das bringt konkrete Zahlen dazu, wie das Internet deiner Firma nützt.

Mit 100 Stunden und CHF 5000: Pilotprojekt starten

Mach mit deinem Vorgesetzten ein Pilotprojekt ab. 100 Stunden Arbeitszeit, 5000 Franken Budget, 6 Monate Laufzeit. Dann wird ausgewertet, was es gebracht hat. Ergebnisse werden sichtbar und deine Geschäftsleitung kommt mit an Bord.

Die Strategie: Du startest einen Blog, der potenzielle Kunden deiner Firma interessiert. Ein Gratis-PDF zum Download schafft den Anreiz, dass sie sich in eine E-Mail-Liste eintragen.

Über diese Liste kommst du direkt mit den potenziellen Kunden in Kontakt. So erhöhst du die Chance, euer Produkt oder eure Dienstleistung zu verkaufen.

Durch die begrenzten Ressourcen konzentrierst du dich ganz darauf, was tatsächlich wirkt.

Willst du konkrete Schritte sehen? Ich habe dir eine Checkliste erstellt mit Tipps zur Durchführung eines solchen Pilotprojekts. Hier kannst du die Checkliste herunterladen.

1. Schritt: Blog aufsetzen

Mit einer neuen URL und einfacher WordPress-Integration schaltest du einen neuen Blog auf. Er soll den gleichen Look haben wie eure Firmen-Website, aber ganz simpel funktionieren. Es geht ja vorerst nur um ein Pilotprojekt. Darum auch eine neue URL statt eine Unterseite auf der bestehenden Website.

Ich empfehle dir, von Anfang an Statistik-Tools zu integrieren. So ist der Fortschritt messbar.

Zudem würde ich die Website mit Google Search Console verbinden. Damit siehst du die Suchmaschinen-Positionierung, aber auch Probleme, die möglicherweise auftauchen.

2. Schritt: Leadmagnet erstellen

Ab jetzt konzentrieren wir uns ganz auf Inhalte.

Um das meiste rauszuholen, würde ich mit einem Leadmagnet arbeiten. Das ist ein kostenloses PDF zum Download. Es schafft den Anreiz für die Leserschaft deines Blogs, sich in eine E-Mail-Liste einzutragen.

Diese E-Mail-Liste bringt bereits erste Zahlen: Du hast über den Blog eine gewisse Anzahl an potenziellen Kunden gewonnen.

Um Kräfte zu bündeln, bleibst du zuerst bei einem einzigen Leadmagnet. Er soll attraktiv genug sein, dass sich viele Leute dafür interessieren.

Um das PDF mit deinem Blog zu verknüpfen, nutzt du ein Tool wie Leadpages.

3. Schritt: Blog-Einträge publizieren

Welche Themen interessieren deine Kunden? Recherchiere: Entweder, du greifst auf deine eigene Erfahrung mit eurem Produkt zurück. Oder du sprichst mit dem Kundendienst deiner Firma. Sie kennen die häufigsten Kundenfragen.

Erstelle eine Themenliste mit 20 bis 30 Themen.

Dein Blog soll Artikel mit Evergreen-Charakter enthalten. Das heisst, die Themen sollen auch in einem Jahr noch aktuell sein.

Um es ganz simpel zu halten, bewirbst du deine Blog-Einträge in der Pilotphase nur auf Facebook. Investiere für jeden Blog-Eintrag 10 bis 20 Franken in Facebook-Werbung.

Idealerweise existiert der Leadmagnet bereits, du siehst also bereits einen Return.

Aller Anfang ist klein: Wenn du merkst, dass die Werbung zieht und der Leadmagnet häufig heruntergeladen wird, kannst du das Budget erhöhen.

So investierst du die 5000 Franken

Vom Budget mit den 5000 Franken fliesst ein Teil ins Hosting der Website. Weitere Posten sind Tools für die Leadpage und den E-Mail-Versand. Allenfalls beauftragst du einen Grafiker mit der Gestaltung der WordPress-Website und des Leadmagnets. Halte diese Kosten inklusive Tools unter CHF 1500 – es ist ein Pilotprojekt!

Der Rest sollte verwendet werden, um Reichweite auf Facebook zu generieren.

Bilanz nach 6 Monaten

Realistischerweise kannst du nach 6 Monaten noch keine spektakulären Resultate präsentieren. Aber du hast erste sichtbare Ergebnisse.

Und am wichtigsten: Du kannst mit deiner Geschäftsleitung aufgrund von konkreten Zahlen über eine Web-Strategie diskutieren, und nicht aufgrund externer Studien.

Falls dein Chef immer noch nicht mit sich reden lässt, bleibt dir nur eines übrig: Such dir einen neuen Job, wo du die Kraft des Webs nutzen kannst.

Wenn du aber Überzeugungsarbeit leisten konntest, hast du mit dem Pilotprojekt einen guten Boden gelegt für eure Web-Strategie. Dann muss es aber weitergehen.

Gut passen würde es, die ersten Erfahrungen (und Zahlen dazu) in einem WebCheck-Workshop zu besprechen und gute nächste Schritte zu erarbeiten. Wir sehen meist auch, wo es “Low Hanging Fruit” gibt – “tiefhängende Frucht” – schnell erreichbare Vorteile, die man mit wenig Aufwand “pflücken” kann.

Checkliste “Pilotprojekt”

Wie oben erwähnt, habe ich dir eine Checkliste zusammengestellt. Sie erklärt dir die einzelnen Schritte ausführlicher. Auch ein Zeitplan, damit du die 100 Stunden gut einsetzt, ist darin enthalten. Hier kannst du die Checkliste kostenlos herunterladen.