LinkedIn hat mittlerweile ganz klar die Nase vorne in Bezug auf Suchanfragen. Schon vor längerer Zeit hat LinkedIn in der Schweiz Xing überholt was die Anzahl Nutzer betrifft. Dieser Trend setzt sich weiter fort.

Überrascht dich das? Liegt es auf der Hand in einer zunehmend global vernetzten Welt? Xing ist sehr deutschsprachig. Leider auch mit einer Mentalität von hier.

Update 2017: Xing nur noch im Thurgau vorne

Xing im Thurgau vorne, sonst überall LinkedIn

Xing: magere Kundenorientiertheit

Bei Xing kommt eine dürftige Kundenorientiertheit rüber. Man wird gedrängt, seinen Premium-Account beizubehalten und mit Mahnungen belästigt, wenn man den fies versteckten Weg nicht gefunden hat, sich da rauszunehmen. Sowas kann man sich bei erfolgreichen Online-Diensten nicht vorstellen.

Hast du schon versucht, dein Premium-Abo abzustellen? Hast du die “freundlichen” E-Mails erhalten mit Premium-Drohungen? Not nice.

Xing-Gruppen: tot oder Spam

Wer in die Xing-Gruppen rein schaut, merkt bald: in den meisten Gruppen wird fast nur Spam gepostet und niemand schaut rein. Es gibt einen Zähler der Views bei jedem Beitrag. Die Zahl ist jeweils ernüchternd tief. Es gibt gut laufende Gruppen, die vor allem in den Offline-Events leben – und eben noch grössere Ziele für Spammer sind.

Update 2014: dazu kommen die diskriminierenden Preiserhöhungen für Schweizer Benutzer – bekannt mit Hashtag #xingfail.

Update 2017: Xing treibt es munter weiter. Sie nehmen weitere Funktionen aus der Basis-Mitgliedschaft und stellen sie nur den zahlenden Nutzern zur Verfügung. Wer ein “Freemium”-Modell betreiben will, muss aufpassen, dass der “Free”-Teil nicht gänzlich abgewürgt wird. Wäre LinkedIn wach, hätte Xing wohl bald grössere Probleme.

LinkedIn wird wirklich benutzt

Derzeit hat Xing die Nase vorn in Bezug auf Offline-Events in der Deutschschweiz. Fragt sich nur, wann Ambassadoren und andere Event-Veranstalter vermehrt anfangen, LinkedIn auszuloten.

Von Feedback her merke ich, wie LinkedIn (wenn man es auch regelmässig benutzt bzw Dinge drin veröffentlicht) wirklich gesehen wird. Bei Xing fehlt eine von bekannten Diensten (wie Buffer, IFTTT usw) eingesetzte API. Gefühlt melden sich “Young Professionals” eher direkt bei LinkedIn an, als bei Xing (wo eher die Alten hocken – meine Wahrnehmung).

Wie gefällt dir LinkedIn im Vergleich zu Xing – in deiner Gunst auch schon die Nase vorn? Viele Leute stören sich am unaufgeräumten Design.


Grafik: Google Trends. Suchanfragen in der Schweiz für die Begriffe “linkedin” und “xing”.

Mitglieder von LinkedIn und Xing in der Schweiz

Update 2017: LinkedIn hat mehr als doppelt so viele Mitglieder wie Xing in der Schweiz.

LinkedIn: Mitglieder in der Schweiz

Laut dem Ad Planner von LinkedIn gibt es derzeit (Anfang 2017) 2’200’000 Mitglieder aus der Schweiz. Das sind Zahlen aus dem Ad Planner und somit keine offiziellen Zahlen, die LinkedIn selbst öffentlich kommuniziert.

Xing: Mitglieder in der Schweiz

Laut einer Mitteilung der PR-Agentur von Xing, haben sie derzeit (Anfang 2017) 860’000 Mitglieder aus der Schweiz. Im Herbst 2016 haben sie neue Büros in der Schweiz bezogen – wollen also ihre Präsenz ausbauen.

LinkedIn steht etwas still (leider)

Man muss aber auch anmerken, dass LinkedIn jetzt schon eine Weile lang keine grossen Sprünge gemacht hat in der Schweiz (laut Google Trends). Sie haben einige Dinge aufgefrischt auf der Plattform, haben Lynda.com gekauft, wurden von Microsoft gekauft (was oft keine gute Sache ist). Auch aus Slideshare, das sie bereits 2012 gekauft hatten, haben sie nicht wirklich etwas gemacht. Irgendwie fehlen mir Innovationen komplett.

Der Microsoft-Schlaf

Dieses Ausruhen von LinkedIn könnte für Xing eine Chance sein. Dafür müssten sie meiner Meinung nach daran arbeiten, gängige Schnittstellen anzubieten (für Tools wie Buffer & Co). Aber vor allem wegkommen von ihren unsäglichen, deutschsprachigen Charakter von Kundenveräppelung. Sprich: sympathisch werden – keine einfache Aufgabe. Aber möglich.

Trotzdem: beide Plattformen werden von Vielen nur als Sammlung von Visitenkarten genutzt. Visitenkarten, die sich “automatisch” aktualisieren. Und von Head-Huntern/Recruitern.

Solange das so bleibt, wird die durchschnittliche Verweildauer auf der Plattform in beiden Fällen verschwindend klein bleiben. In diesem Bereich glaube ich ebenfalls an die Möglichkeit, innovative, neue Ansätze zu bringen. Fachinhalte haben einen Wert – Xing/LinkedIn schaffen es einfach noch nicht, für genug Menschen zu einem wichtigen Anbieter davon zu werden.

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