Dein Unternehmen hat eine Facebook-Seite: Super! Nun wollt ihr diese Seite bekannt machen und mehr Fans und Likes erhalten.

Vielleicht steht ihr an und merkt, dass ihr nicht weiterkommt. Egal, was ihr postet: Die Likes tröpfeln nur ganz langsam herein.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, eine Facebook-Seite bekannt zu machen.

Wenn man ein paar entscheidende Dinge beachtet und die Power-Tools kennt, die Facebook Unternehmen zur Verfügung stellt, wächst die eigene Seite schneller.

Aber viel wichtiger:

Man lernt, nicht allzu sehr auf die Anzahl Follower zu achten, sondern auf guten Content. Man kann mit 0 Followern grosse, messbare Wirkung haben in Facebook.

Ich gebe dir hier einige Tipps, die dir helfen werden.

7 Schritte – sofort umsetzbar

In 7 Schritten erzähle ich dir ganz praktische Dinge, die du sofort umsetzen kannst. Wenn du sie nützlich findest, bin ich dir dankbar, wenn du sie weiter teilst!

Die ersten Schritte scheinen simpel, sind aber ganz wichtig. Dann kommen die strategischen Punkte, die mehr Zeit und Planung erfordern, aber für nachhaltiges Wachstum entscheidend sind. Und am Schluss gebe ich dir noch eine Handvoll Sofort-Tipps, um deine Reichweite auf Facebook zu steigern.

1: Profilbild mit Wiedererkennungseffekt

Firmen nehmen als Profilbild meist das eigene Logo. Das ist super, wenn es auch im Kleinformat gut erkennbar ist.

Viele Leute sind heute mit dem Smartphone auf Facebook. Und steht dann im Logo ein langer Firmenname, ist er auf dem kleinen Display nicht mehr lesbar. Auch auf einem Desktop-Computer gilt: Das Profilbild wird fast immer nur klein gesehen.

Achte darauf, wie gut dein Profilbild in Kleinformat wirkt.

Besser ist ein einzelnes markantes Element. Der Firmenname steht ohnehin auch im Namen der Seite neben dem Profilbild.

(Dieses Problem, das nicht Facebook-spezifisch ist, wird heute beim Design von Logos mit berücksichtigt.)

Ein Beispiel:

In einem meiner Seminare sassen verschiedene Teams von Raiffeisen-Banken. Die einen Regionalverantwortlichen hatten in ihrem Facebook-Profilbild das Logo mit vollständigem Firmennamen. In Kleinformat nicht erkennbar. Eine Bank verwendete im Logo nur das “R” – da war ganz klar erkennbar: Das ist die Schrift von Raiffeisen.

2: Titelbild mit Menschen

Menschen gehen auf Facebook (“Face!”), um andere Menschen zu treffen. Situationen und Gesichter bleiben hängen, nicht schöne Hochglanz-Produktebilder.

Das ist wichtig in Bezug auf das Titelbild. Das Titelbild nimmt viel Raum ein und sorgt so für den ersten Eindruck auf einer Seite.

Zeige eine Situation!

Was heisst das?

Irgendwo im Bild sollte ein Mensch sein – aber nicht zu stark im Vordergrund, sonst ist der Fokus nur noch auf dem Gesicht, nicht in der Situation.

Menschen können sich in Situationen hineinversetzen, und das erzeugt Emotionen. Emotionen bleiben hängen.

Beispiel von Fürenalp Engelberg – kleines Juwel, das ich noch besuchen muss :-)

Dazu ein nützliches Tool: Mit Canva.com ist es ganz einfach, aus einem Foto ein professionell wirkendes Facebook-Titelbild zu erstellen. Das richtige Format ist dort bereits als Vorlage vorhanden.

3: Plan für regelmässige Inhalte

Bevor man sich um Likes kümmert, sollte man erst einmal ein paar gute Inhalte posten. So wird die Seite für andere erst interessant.

Was für Inhalte auf Facebook gut ankommen, dazu “5 Schlüssel für erfolgreiche Facebook-Posts”.

Ich betone immer wieder:

Eine Facebook-Seite lebt nur, wenn darauf regelmässig Inhalte erscheinen. Diese tauchen dann auf der Startseite deiner Fans auf (wenn man Glück hat – mehr dazu in meinen Facebook-Seminaren) und rufen ihnen in Erinnerung, dass es euer Unternehmen gibt.

Damit dies nicht untergeht, machst du am besten einen Redaktionsplan. Dort hältst du fest, was für Inhalte du an welchem Tag posten wirst. Mit Buffer kannst du die Posts planen und vorbereiten.

Hinweis: Es gibt ganz wirksame, interessante Facebook-Marketing-Strategien, die ohne regelmässige Inhalte auskommen. Dazu habe ich an anderer Stelle mal den Artikel geschrieben “Zeit sparen mit Social Media” – den ich bei Interesse gerne empfehle.

4: Setze unbedingt auf (Live-)Video!

Viele denken: “Video ist nichts für mich, und schon gar nicht Live-Video.”

Diese Hürde ist völlig normal.
Diese Hürde ist deine Chance!

Das Ziel muss sein, sie zu überwinden. Das Gras wird wirklich grüner.

Auch wenn es die ersten paar Mal noch mit der Technik holpert oder ihr Pannen habt; es lohnt sich, hier dran zu bleiben.

Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass Video viel besser funktioniert als alle anderen Content-Arten – und zwar mit Abstand.

Das zeigt ein Screenshot meiner Statistiken:

Zwei schlagende Argumente:

    1. Mit Live-Videos spielst du auf einem viel weiteren Spielfeld. Du hast viel mehr Platz und weniger Konkurrenz (gerade im langsamen, deutschsprachigen Raum).
    2. Facebook pusht das Format Video brutal. Live-Videos werden derzeit von Facebook mit mehr Benachrichtigungen an Follower gefördert.

Marc Zuckerberg sei “besessen” von Live-Video, schreibt Buzzfeed. Der Facebook-Gründer sagt, dass Videos in vier Jahren den Löwenanteil der Facebook-Inhalte ausmachen werden.

Video ist meiner Meinung nach das authentischste Format: Mimik, Dialekt, Körpersprache kommen rüber. Für Aufbau von Vertrauen gut geeignet.

Das musst du beachten:

Live-Video ist einfacher als andere Arten von Video – es ist ungeschnitten – aber es hat seine eigenen Tücken. Man muss sich z.B. bewusst sein, dass das Video danach auf der Seite verfügbar ist. Das heisst, man sollte gleich aktiv in das Video starten, schon bevor man Live-Zuschauer hat. Sonst ist der Anfang des Videos für Menschen, die es später sehen (das sind die Meisten!) sehr langweilig.

Das braucht einfach Übung. Man sollte also eine entdeckende Haltung haben.

Ausführlicher bin ich in diesem Blogpost darauf eingegangen, warum gerade KMU Live-Video nutzen sollten.

5: Die Power-Tools von Facebook nutzen

Dann ist es Zeit, sich mit den Zielgruppenfunktionen von Facebook zu beschäftigen.

Indem du einzelne Beiträge gezielt Personen zeigst, welche dich noch nicht kennen, steigerst du deine Wirkung enorm. Und dies schon mit einem minimalen Budget, zum Beispiel 5.- pro Tag.

Du kannst Beiträge, die gut funktioniert haben, mit dieser Funktion weiteren Menschen zeigen, die ähnlich sind wie deine bisherigen Follower.

Es gibt hier sehr, sehr viele Möglichkeiten:

  • Von einfachen Zielgruppen basierend auf Interessen und Eigenschaften (z.B. “Werdende Eltern”, “Vielreisende”, “Interesse an Swisscom” usw.)
  • über Website-Zielgruppen (Personen, die einen bestimmten Bereich deiner Website besucht haben)
  • bis hin zu Lookalike-Audiences (z.B. Personen, die ähnlich sind wie deine bisherigen Kunden).

Zum Thema Facebook-Zielgruppen erzähle ich in einem der nächsten Artikel noch einmal einiges mehr. Abonniere meinen Insider-Letter mit einem Klick auf den roten Balken rechts, um über neue Artikel und andere Tipps & Tricks informiert zu werden.

6: Lieber langsam, aber nachhaltig wachsen

Grundsätzlich gilt immer: Lieber wenig Follower, aber gute, die wirklich interessiert sind, als viele uninteressierte Follower (die nicht “mitmachen”).

Wenig Interaktion ist für Facebook ein Negativ-Feedback – ein Zeichen für schlechte Inhalte oder uninteressierte Follower – und sie werden deine Seite weniger Sichtbarkeit geben. Weil andere halt mehr Sichtbarkeit verdienen.

Indem du gute Beiträge postest, die vom Format her zu Facebook passen, und sie in der richtigen Zielgruppe bewirbst, kriegst du automatisch mehr Likes für deine Seite.

Leider höre ich auch im Jahr 2017 noch immer die Aussage “Die Geschäftsleitung hat zum Ziel gesetzt, bis Ende Jahr 10’000 Follower zu erreichen”.

Dabei kommt es nicht im Geringsten darauf an, möglichst viele Facebook-Follower zu haben. Sondern möglichst gute.

Viele Fans bringen wirtschaftlich nichts. Wenn man Budget hat, gibt es viel bessere Ziele, als die Followerzahl in die Höhe zu treiben.

Das sind Humbug-Ziele, die man im 2007 noch knapp entschuldigen konnte (mangelndes Wissen). Heute ist Facebook ein Urgestein, 13 Jahre alt. Im Web rechne ich in Hundejahren: 13 Jahre Facebook ist VIEL!

Langsam sollte es also wirklich klar sein, dass es nicht auf die reine Anzahl Facebook-Fans ankommt. Unternehmen müssen bessere Strategien haben für den Einsatz von Facebook im Marketing.

7: Noch eine Handvoll Sofort-Tipps

  • Führe deine Facebook-Seite in der E-Mail-Signatur eures Unternehmens auf.
  • Informiere intern im Unternehmen die Mitarbeitenden, dass ihr eine Facebook-Seite habt.
  • Erwähne im Newsletter an bestehende Kunden eure Facebook-Seite. Zum Beispiel: “Wir sind jetzt auf Facebook und würden uns freuen, wenn ihr mal vorbeischaut. Gerade haben wir ein kleines Video aus unserer Produktion gepostet – schaut es euch an!”
  • Auch von der Firmenwebsite her kann ein Link zur Facebook-Seite hilfreich sein.
  • Alternativ gibt es von Facebook die sogenannten “Social Plugins”. Facebook liefert dir einen Code, den du innert 5 Minuten auf deiner Website integrieren kannst. Das sieht zum Beispiel so aus:

Hilfe beim Aufbauen deiner Facebook-Seite

Die 7 Schritte sind ein guter Anfang. Schau dir doch auch noch mein Webinar “8 Facebook-Tipps für Unternehmen” an!

Auf all die Sachen aus diesem Blogpost gehe ich auch in meinem Facebook-Tageskurs ein, aber auch noch auf einige andere Möglichkeiten, die Facebook spezifisch für Unternehmen bietet. Hier findest du die nächsten Kursdaten in Zürich.

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