(oder warum Twitter 7’000 Mal effektiver ist als Facebook)

Oft hört man von mir: Facebook-Reichweite ist seit einigen Monaten (wie Radio- und TV-Reichweite) nicht mehr kostenlos. Ein aktueller Beweis dieser Tatsache.

Oreo brilliert mit Realtime-Marketing am Superbowl

Die meisten kennen die Biss-Geschichte rund um den Fussballer Luis Suárez. Um beim Sport zu bleiben: richtig bekannt wurde “Realtime Marketing” beim Superbowl 2013, als die Biscuitfirma Oreo während des Stromausfalls Folgendes tweetet:

Snickers reagiert auf Luis Suárez

Nun: Snickers hat recht zügig auf die Biss-Attacke von Luis Suárez reagiert. Mit einem Tweet an 50 Tausend Follower und einem Facebook-Post an 11 Millionen Fans.

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Viel mehr Reichweite in Twitter als in Facebook

An den folgenden Shares/Retweets und Likes/Favorites ist deutlich zu sehen, wie stark Facebook die Reichweite ausbremst. Im Gegensatz zu Twitter. Mit 200 Mal weniger Follower als in Facebook, erreicht Snickers in Twitter eine viel höhere Reichweite (und entsprechend viel mehr Engagement rund um den Post).

Reichweite in Facebook

  • Shares: 900 (entspricht Retweets)
  • Likes: 3’250 (entspricht Favorties)

Reichweite in Twitter

  • Retweets: 35’000 (entspricht Shares)
  • Favorites: 14’750 (entspricht Likes)

Daraus lässt sich schliessen: die Reichweite in Twitter war um ein Vielfaches (30x bis 40x) höher – trotz einer 200-fach kleinerer Followerschaft. Schlussfolgerung wäre also: Twitter ist 7’000x (35 * 200) effektiver als Facebook (Spekulation).

Facebooks Aussagen sind nicht die ganze Wahrheit

Facebook behauptet, die tiefere Reichweite sei primär wegen den vielen Inhalten im Newsstream. Das ist natürlich nur ein Bruchteil der Wahrheit.

Ohne Filtrierung ist in Twitter durchaus Aufmerksamkeit da. Mal schauen, ob in nächster Zeit Twitter eine solche Wegfiltrierung von Unternehmen einführt. Eher kaum. Obwohl Twitter mittlerweile weit visueller ist als zu Beginn (und Bilder viel Platz brauchen).

Facebook ist trotzdem wichtig

Unabhängig von den Gründen für die sinkende Reichweite von Unternehmen in Facebook: erstens: es ist halt so – man muss sich darauf einstellen, und zweitens: die Möglichkeiten für bezahlte Reichweite sind immens (das kann fast kein Unternehmen verpassen).

Deshalb: Kopf hoch und beispielsweise mit dem neuen Audience Insights Tool herausfinden, wie das Targeting von Facebook-Anzeigen eingestellt werden kann.

Twitter in Betracht ziehen

Meiner Meinung nach gehört Twitter schon lange klar zu den Netzwerken, zu denen Sie firmenintern Knowhow aufgebaut haben sollten (oder aufbauen sollten).

Twitter: erste Schritte

Falls Sie erst am Anfang stehen: entdecken Sie Twitter zuerst mit einem persönlichen Profil. Gehen Sie dabei einen Schritt weiter als bis zum Tweet Nummer 1 – folgen Sie Menschen aus Ihrer Branche oder zu Interessensgebieten, die Sie interessieren (Sie finden Leute beispielsweise auf einflussreich.ch und durch das Beobachten von Diskussionen). Vielleicht auch mir ;-) @samsteiner