Likes, Klicks, Markierungen und Kommentare auf Facebook sind gut und nützlich. Deutlich wertvoller ist es aber, wenn jemand einen Beitrag teilt. Denn dann erreicht er mehr Menschen, von denen wiederum einige damit interagieren.

Teilt jemand einen Post, entscheidet sich diese Person bewusst, den Inhalt ihren Freunden und Followern weiterzuleiten. Oder besser gesagt: zu empfehlen. “Sharing is caring” – teilen heisst, Anteil nehmen. Man identifiziert sich mit den Inhalten, die man teilt.

So ist es auch bei dir, oder? Du teilst nur Inhalte, die du besonders relevant, unterhaltsam oder aktuell findest.

Die goldenen Content-Regeln gelten auch hier

Wie kann man also Inhalte teilenswerter machen? Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie ganz allgemein: Der Content muss attraktiv aufgemacht, inhaltlich relevant und aufs Zielpublikum ausgerichtet sein. Denn bevor Leute ihn teilen, müssen sie erst einmal selbst darauf aufmerksam werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Leute mit einem Post interagieren und ihn idealerweise teilen, kann aber deutlich erhöht werden.

1. Relevanz: Kenne deine Zielgruppe

Woran sind die Freunde/Follower interessiert? Was finden sie hilfreich? Welche Themen beschäftigen sie ganz aktuell?

Dies zu wissen, ist zentral im Marketing einer Firma. Als KMU müsst ihr die häufigsten Kundenfragen kennen, Google Search Console zu eurer Website beobachten, zuhören, was Kunden beschäftigt. Eure Website-Statistik (häufig Google Analytics) gibt auch Auskunft darüber, welche Inhalte wie oft gelesen werden.

Wenn ihr da den Nerv trefft und euren Facebook-Freunden Inhalte liefert, welche sie auch für ihre “Bubble” spannend oder hilfreich finden, steigt die Chance auf Shares.

2. Neuigkeitswert: Mach dein Publikum zu Trendsettern

In den meistgeteilten Inhalten des Jahres 2016 rangieren viele wissenschaftliche Studien mit neuen Erkenntnissen. Neues erregt Aufmerksamkeit. Und Neues wird geteilt: Man wird zum Trendsetter oder Influencer unter seinen Facebook-Freunden.

Was heisst das für eine Firma? Neues aus eurem Fachgebiet, attraktiv, visuell und verständlich aufbereitet, ist für eure Follower interessant.

3. Nutzen: Listen und Tipps

“5 häufige Fehler bei Porträtfotos”, “Top 10 der viralen Facebook-Posts im Jahr 2016”, “3 Tipps für besseren Schlaf” – Zahlen im Titel vermitteln: Hier wird etwas auf den Punkt gebracht. Mein meistbesuchter Blogpost ist eine Liste von sozialen Netzwerken (welche ich längst aktualisieren sollte).

Es wird immer wieder eine alte Diskussion geführt rund um diese sogenannten “Listicles”. Leider oft fanatisch: Artikel mit einer Zahl im Titel werden von manchen generell verteufelt. Lass dich nicht von Form-Fanatikern bremsen!

Achte aber darauf, dass der Inhalt einen Nutzen hat für deine Leserschaft. Titel wie “Die 11 besten X für Y” sind unglaubwürdig. “3 Tipps für besseren Schlaf” – das kann jedoch ein wertvoller Artikel sein. Zu lange Listen von Tipps sind weniger “actionable” (umsetzbar), verlieren also auch wieder die Nützlichkeit.

4. Visuell: Infografiken und Erklärvideos

Menschen verarbeiten Visuelles 60’000 Mal schneller als Text.

Zwar ist es für uns manchmal aufwändiger, etwas in Video- oder Grafik-Format darzustellen. Wenn wir es aber schaffen, komplexe Dinge visuell verständlich zu zeigen, gewinnen wir eine deutlich höhere Teilwürdigkeit. Wir haben dem Betrachter viel Lese-Arbeit abgenommen, die er sonst vielleicht nicht hätte aufbringen wollen. Oft ist eine visuelle Vermittlung von Inhalten deshalb der einzige Weg, etwas überhaupt rüberzubringen.

Am Ende dieses Posts habe ich euch eine kleine Infografik zum Thema von CoSchedule eingebunden :)

5. Emotionen: Unterhaltung oder Inspiration

Inspirierende Zitate gehören zu den meistgeteilten Inhalten auf Facebook. Ebenso Memes und witzige oder berührende Videos. Geteilte Freude ist doppelte Freude, und stark virale Posts haben immer Unterhaltungswert.

Wir sind Menschen mit Emotionen und reagieren auf Menschen. Besonders für soziale Netzwerke gilt: Wir besuchen sie nicht primär, um Neuigkeiten von Unternehmen zu sehen, sondern wegen dem Austausch mit Freunden und Bekannten. Als Unternehmen muss man sich Gedanken machen, wie man Situationen und Geschichten zeigen kann – statt Angeboten, Produkten und Lösungen. Welche Situation zwischen Menschen erzeugt unser Angebot? Wie können wir das visuell aufbereiten?

Die Wichtigkeit, Personen zu zeigen, habe ich im Artikel 5 Schlüssel für erfolgreiche Facebook-Posts erklärt. Den solltest du lesen, wenn du es nicht schon getan hast.

6. Eine gute Sache unterstützen

Wenn Menschen etwas teilen, werden sie selber aktiv – und dies hat immer ein Ziel. Entweder sie wollen ihr Image polieren, sie wollen etwas Unterhaltsames weitergeben, sie wollen eine politische Meinung äussern. Oder sie möchten eine gute Sache unterstützen.

Hier kann auch ein “Call to action” angebracht sein; ein Aufruf, den Post zu teilen und sich damit (mit einem Klick) für ein Anliegen einzusetzen. Ansonsten ist die Wirkung von “Calls to action” umstritten, doch hier appelliert man auch inhaltlich an die Unterstützung der Follower.

Zuletzt gilt:

Sei selber aktiv auf Facebook. Ein “Danke fürs Teilen” schadet nicht. Wichtig sind auch alle anderen Interaktionen auf deinen guten Inhalten. Auch sie erhöhen die Reichweite und so steigt auch die Chance, dass weitere Menschen den Inhalt gut finden und teilen.

Was hat bei euch am besten funktioniert? Oder umgekehrt: Welche Inhalte teilt ihr am liebsten?

Die Psychologie des Teilens – Infografik

Diese Infografik von CoSchedule zeigt psychologische Aspekte, warum Leute etwas teilen. Zum Teil noch zusätzliche, zu den im obigen Artikel beschriebenen Faktoren.

 

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