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In Facebook funktionieren Bilder mit Abstand am besten. Videos sind auch OK. Lange Texte gehen gar nicht. Und lasst die PR-Agentur ja nicht ran (kostenlose Weisheit!). In meinen Statistiken ist mir aber etwas Merkwürdiges aufgefallen.

Inhalte funktionieren unterschiedlich

Wir reden von EdgeRank – dem Newsfeed-Algorithm. (Ja, auch heute noch! EdgeRank ist keineswegs tot, sondern hat höchstens den Nachnamen geändert.) Wir reden von Interaktion, von Inhaltstypen, von Timing und allem.

Die Inhalte, die eine Firma in der eigenen Facebook-Seite veröffentlicht erscheinen wo? Nicht dort, sondern im News-Stream. Also auf der Startseite von Facebook in Konkurrenz mit vielen anderen Inhalten und gegen den Wind der Facebook-Server, die Uninteressante, nutzlose Inhalte wie Pressemitteilungen und PR-Speak gnadenlos gnädigerweise komplett weg filtern.

In diesem Artikel geht’s um dieses Phänomen:
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Wie man mit einem Post 5x mehr Leute erreicht als ein guter, nomaler Post. Und dabei interessanterweise vor allem Nicht-Fans. Kostenlos. Aber erst noch etwas Infos.

Visuell kommunizieren

Nun gut. Was braucht es also, um in diesem News-Stream zu bestehen? Genau: wir müssen visuell ansprechen. Wir können nicht 3 Zeilen Text raus lassen und womöglich dann die deutsche und italienische Übersetzungen davon direkt im gleichen Post mitliefern. Überfliegt das Auge des Fans unsere Inhalte, und bleibt bei den Ferienfotos seines Freundes hängen, verpassen wir Engagement.

Mehr Tipps und Ideen für wirksame Inhalte für Facebook gibt’s in meinen Facebook-Kursen: Facebook-Marketing für Unternehmen.

Das Auge will Bildli

Bisher war ich allerdings der Meinung, dass ein Grossteil dieser Gewichtung von visuellen Inhalten schlichtweg in der Natur der Sache liegt. Nicht forciert werden muss von Facebook. Dass es einfach automatisch so kommt, dass mehr Interaktion auf Bildern passiert – weil wir alle Bilder wollen. Facebook ist (im Gegensatz und Google+ und im Kontrast zum Namen des Gründers) eine Tiefzucker-Plattform. Wir sind dort, wenn wir eine Pause brauchen. Dann wollen wir nicht viel lesen.

Tests mit Texten in Bildern

Natürlich gab es aber viele Firmen, die Versuche starteten, Texte in Bildern unterzubringen. Ist das wirksam oder nicht? Ein weiterer Punkt muss auch beachtet werden: es gibt für Posts, die mit Geld “geboostet” werden Regeln, wieviel Text das Bild enthalten darf. Folgende Beispiele würden gegen diese Regel verstossen. Ich habe sie aber nicht mit Geld gepusht.

Auffälligkeit in meinen Statistiken

Bei meiner internationalen Facebook-Seite mit einer halben Million Fans zeigen sich gewisse Dynamiken in den Statistiken recht deutlich. Durch die weltweite Verteiltheit der Fans sind auch die Unterschiede in der Aktivität nach Tageszeit viel kleiner als bei einer Schweizer KMU Facebook-Seite. Ich merkte, als die neuen Facebook Insights aufgeschaltet wurden, dass solche Text-in-Bild-Posts einen erheblich höheren “viralen Anteil” der Reichweite hatten.

Angefangen hatte es mit diesem Post, den ich ohne Hintergedanken veröffentlichte. Links das gepostete Text-Bild. Der gelbe Balken zeigt Fans (hell) und Nicht-Fans (dunkel), die den Post sahen:
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Es war ein gefakter Zeitungsartikel. Viel Text auf weissem Hintergrund. Aber inhaltlich leicht provokant für Bassisten. Eine junge Dame beschreibt, wie sie nach einem Konzert aus Versehen mit dem Bassisten (statt mit einem Musiker) schlief.

Die Reichweite war mit 362’000 Impressions rund 5x höher als normale Beiträge. Ich dachte aber noch nichts weiter dabei (wenn mir recht ist, waren die neuen Statistiken für mich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht da). Über einen Monat später veröffentlichte ich dann das:

Screen Shot 2013-09-18 at 5.09.34 PM
Auch wieder Text auf weissem Hintergrund. “Ten Rules of Bass”.

Auch dieser Post war viel viraler als der Durchschnitt. Dies fiel mir aber erst ein paar Tage später auf, als ich die Statistiken “las”. In der ganzen Liste mit Posts, die meistens recht gut funktionierten (Reichweite ca 70k von 480k Fans) stachen diese Schwarzer-Text-auf-weissem-Hintergrund-Posts regelrecht heraus.

Beide hatten einen massiv höheren Anteil von “Non-Fans” (dunkelgelber Anteil in den Bildern oben) als “Fans” (hellgelber Anteil). Normalerweise ist das deutlich umgekehrt.

Mein kleines Experiment

Das bewog mich dann, zu testen, ob es wirklich an dieser Art von Posts lag, dass soviele Nicht-Fans erreicht wurden. Ich beschloss, ein eher mässiger Bassistenwitz auf diese Weise aufzubereiten und zu testen, wie das abgeht.

Did you hear about the bass player who was so depressed about his bad timing that he threw himself behind a train?

Ab in Photoshop und es entstand dieser Post:
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Und die Reichweite war “immens”:
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55’000 Fans und 325’000 Nicht-Fans wurden damit “erreicht”. Wieder 5x mehr als ein normaler, gut funktionierender Post.

Hätte das als reiner Text funktioniert?

Wenn ich diese Texte als reine Text-Posts in Facebook veröffentlicht hätte, wäre die Reichweite sehr tief gewesen. Das ist jetzt eine Gefühlsaussage. Ich habe aber tausende Von Facebook-Posts veröffentlicht und auch gute Texte, die als reine Textbeiträge raus gehen, erreichen meist nicht die kritische Masse, damit etwas ins Rollen kommt.

Viel interessanter sehen allerdings solche Text-im-Bild-Posts in der Timeline nicht aus. Ferienbilder von Freunden müssten meiner Meinung nach dagegen locker gewinnen. Trotzdem scheint es zurzeit ganz gut zu funktionieren. Auch bei dem kleinen Witz.

Ich bin sehr interessiert an euren Erfahrungen und Meinungen. In Kommentaren hier oder in den entsprechenden Netzwerken. Oder findet ihr, der Witz macht es aus? :)

Update: ich habe ein weiteres, interessantes Beispiel: Mega-Post in Facebook (Reichweite: 670’000)

Was funktioniert heute in Facebook für Unternehmen?

Regelmässig gebe ich Kurse zum Einsatz von Facebook als Unternehmen.

Für Unternehmen, die bereits ein bisschen mit Facebook gearbeitet haben, aber jetzt auf ein wirksameres Level kommen wollen, ist der Tageskurs “Facebook für Unternehmen” in Zürich ideal.