Die integrierten Twitter-Statistiken sind recht umfangreich. Ein paar Gedanken zu dem, was sie anzeigen.

Die offizielle Twitter-Statistik weiss mehr

Natürlich gibt es unzählige Tools, die versuchen, die Interaktionen und Reichweite von Tweets zu analysieren. Externe Tools haben jedoch immer den Nachteil, dass sie nicht über alle Daten verfügen. Zum Beispiel mussten also Reichweiten sehr spekulativ ausgegeben werden.

Man hat von “möglicher Reichweite” gesprochen, was sehr weit entfernt ist von der wirklichen Reichweite (Reach) oder gar von den tatsächlichen Impressions (Einblendungen).

Beispiel: wenn jemand 1000 Follower hat und sein Tweet wird von zwei Personen mit je 500 Followern retweetet, steht die “mögliche Reichweite” bei 2000. Tatsächlich gesehen haben den Tweet aber eher 200 Personen.

Seit gestern endlich für alle

Im August 2014 wurden die Statistiken allen Nutzern von Twitter erstmals verfügbar gemacht. Ein Twitter-Mitarbeiter die komplette Öffnung verkündet:

Schaust du regelmässig deine Twitter-Statistik an?: analytics.twitter.com.

Funktionen im Überblick

Tweets

Twitter-Statistk Tweets
In der Auswertung der Tweets sieht man die Anzahl Einblendungen, Engagements (Total) und die Engagement-Rate. Bei Klick auf den Tweet, sieht man die Engagements aufgeteilt in Expands, Link Clicks, Replies, Favorites, Profile Clicks, Media Clicks und Retweets.

Wer Promoted Tweets (bezahlte Tweeets) schaltet, sieht dafür auch eine Statistik.

Alle Angaben lassen sich als .CSV-File exportieren für weitere Bearbeitungen oder Import in ein anderes Tool.

Followers

Twitter-Statistik Follower
Man sieht die Entwicklung der Anzahl Follower über Zeit. Interessanter dann: die Interessen (“Most unique” und “Top”). Most Unique verstehe ich (hoffentlich richtig) als speziellere Interessen, die unter meinen Follower vorkommen. Also breite Themen wie “Technology” ausgeblendet. Twitter liefert dazu bisher keine genauere Erklärung.

Die Aufteilung der eigenen Community nach Land und den “Top Cities” kommt dazu. Dann nach Geschlecht. Und eine Liste von anderen Twitter-Accounts, denen meine Follower folgen.

Twitter Cards

Twitter Cards Statistik
Twitter Cards sind zusätzliche Informationen, die in einem Tweet eingebettet werden können. Beispielsweise zeigt ein “Product” Twitter Card einen im Tweet verlinkten Artikel mit Preis, Bild und Lieferbarkeit direkt im Tweet.

Beispiel:

(Um Preis und Lieferbarkeit zu sehen, muss der Tweet in Twitter angeschaut werden: Link zum Tweet)

In dieser Statistik sieht man also die Wirkung der eigenen Tweets, die solche Twitter Cards enthalten. Bei den “Card Types” sieht man die eigenen Cards im Vergleich zum Durchschnitt. Ich sehe hier also beispielsweise, dass beim Twitter-Account @blechschilder die “Summary Cards” und “Product Cards” deutlich besser funktionieren, als sie sollten (der Durchschnitt).

Zudem sehe ich, welche Links – unabhängig von einzelnen Tweets – wie oft gezeigt und angeklickt wurden.
Twitter Statistik: Links mit Klicks

Sehr interessant ist die Liste der “Influencer”. Also die laut Twitter “Top-Accounts”, die meine Inhalte geteilt oder Links zu meiner Website getweetet haben! Retweeter sind ja sehr einfach zu finden. Hier sehe ich aber auch Leute, die einfach mal einen Produkt-Link getweetet haben, ohne mich zu erwähnen. Damit habe ich auch schon neue Twitter-Kontakte gefunden.

Twitter-Statistik Influencer

Weiter kriege ich eine Liste der besten Tweets (nicht nur von mir), die zu vielen Klicks zu meiner Website geführt haben. Auch hier möglicherweise Chancen, um auf solche Tweets zu reagieren. Also beispielsweise, sie zu retweeten.

Zu guter Letzt zeigt Twitter noch eine Liste der meistbenutzen “Apps, Websites oder Widgets”. Daraus kann ich zum Beispiel schwarz auf weiss herauslesen, dass meine Website heute unbedingt mobiletauglich sein muss. An zweiter Stelle in der Liste steht “Twitter for iPhone”.

Schlussfolgerungen

Es ist ein guter Start. Ich hoffe, dass Twitter nun nicht das ganze Statistik-Team entlässt, sondern diese Statistiken in Zukunft weiter ausbaut. Facebook ist in einigen Dingen noch weit voraus. Beispielsweise könnte Twitter viel besser als externe Tools herauslesen, wann die Follower online sind. Externe Tools versuchen, die “Best Time to Tweet” zu finden – Twitter könnte das besser.

Wenige Impressions?

Einige mögen überrascht sein, wie wenig Impressions manche Tweets erhalten. Auf meinem Haupt-Account @samsteiner mit 3’000 Followern sehen meistens zwischen 250 und 2000 Menschen einen Tweet. Oft unter 500. Wie sieht es bei dir aus? Ein Kommentar dazu unten wäre interessant.

Magische Ausreisser

Mit 45’000 Impressions (bei nur einem Retweet!) war folgender banaler Tweet ein absoluter Ausreisser:

Natürlich habe ich zur gleichen Zeit in der nächsten Woche einen praktisch identischen Tweet gemacht: keine Wiederholung, 372 Impressions.

Links mehrmals tweeten

Will man wertvolle Inhalte seinen Followern bekannt machen, muss man diese also mehrmals tweeten. Ist einfach so. Da werden möglicherweise ein paar dauertweetende Ideologen aufschreien (und entfolgen). Primär wohl, weil sie nicht zur Zielgruppe gehören. Natürlich sollte man aufpassen, nicht spammig zu sein. Wenn die Inhalte und der Mix aber gut sind, spricht wenig dagegen, sie mehrmals zu verbreiten.

In Facebook würde ich im Gegensatz dazu keine solche Strategie fahren. Dort gibt es aber via Ads andere, interessante Möglichkeiten, die Reichweite zu erhöhen und mehr Wirkung zu erzielen.

Findest du auch, man kann Inhalte mehrmals tweeten? Oder führt das bei dir zu Brechreiz und Entfolgen? Deine Gedanken dazu in den Kommentaren unten würde mich interessieren.

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