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Migros: Weihnachtsstürmli verzehnfacht Reichweite in Facebook

Posted on 15. October 2012 by Sam Steiner in Facebook, Schweiz, Social Media

Viele haben es mitgekriegt: die Entrüstung über schlimm dekorierte Läden und Weihnachtsartikel-Verkauf im Oktober hat sich dieses Jahr im Social Web entladen. Das Los gezogen hat die Migros. Ihre Reichweite in Facebook verzehnfachte sich durch den Protest. Auf ihrer Fanseite ging ein rauhes Lüftchen.

(mit diesem Post von Susan Gasser hat das Ganze angefangen)

Natürlich ist die Nachfrage für entsprechende Weihnachtsartikel schon im Oktober da. Sonst würde das die Migros nicht machen. Migros-Fans schlussendlich kaufen diese Produkte im Oktober. Ich muss das nicht verstehen.

Natürlich produziert eine solche Protestaktion auf der Migros-Fanseite auch auf Seiten der Migros einiges an Arbeit. Es kostet der Migros also ein Bisschen was, nicht nur 1,3t Guetzli.

Meine Meinung: Günstig für einen grösseren PR-Stunt, das von den Medien aufgenommen wird :)

Grosser Nutzen – wenn man nicht “Perfect PR” denkt

Besser hätte es meiner Meinung nach für die Migros nicht laufen können. Ihre Reaktion (1,3 Tonnen Guezli an Kinderheime senden) hat wiederum Emotionen hochgehen lassen – perfekt. Um Emotionen geht’s schliesslich im Social Web – zumindest in Facebook – nicht darum, dass Unternehmen irgend einen fehlerfreien PR-Glanz hochhalten. Das ist kurz und spitz gefasst. Migros hat aber gezeigt, dass man umgehen kann mit kritischen Reaktionen im Web. Und nie alle zufrieden stellen kann. Das ist auch OK.

Es wurde viel – auch in Deutschland – geschrieben über das Stürmli. Ich wiederhole da all die “Learnings” und “Facebook-Dos” nicht. Aus diesem Fall Regeln ableiten zu wollen nimmt immer den Charakter aus dem Community Management Team raus.

Es geht mir hier um den schönen Nebeneffekt – wenn man verstanden hat, dass auch kritisches Engagement (bei einer entsprechend social-web-reifen Firma) ein grosser Nutzen sein kann.

Reichweite in Facebook der Migros

Schaut man die Anzahl “Personen, die darüber sprechen” (PDDS) auf der Migros Fanseite an, zeigt sich das Stürmchen recht deutlich.

Aus Erfahrung mit anderen Fanseiten schätze ich, dass die Reichweite (Facebook meint damit Menschen, die Botschaften der Fanseite gesehen haben), ca. 10x höher liegt als der PDDS-Wert. Das deckt sich ungefähr auch mit der 90-9-1-Regel.

Bei Migros also liegt die Rechweite während der Guetzli-Aktion bei ungefähr 350’000. Mitte September lag diese Reichweite bei 30’000 Personen. Mehr als eine Verzehnfachung.

Facebook hat die Sichtbarkeit von Firmen in letzter Zeit Gerüchten zufolge etwas massiv verkleinert. Also geschraubt an der EdgeRank-Formel. Man beobachtet eine Reduktion der Reichweite von um die 50% bei gleichbleibender Interaktionsrate. Umso wichtiger wird es für Unternehmen, hohe Engagement-Raten zu haben. Nur so werden sie überhaupt noch sichtbar bleiben.

Die Migros ist in Normalbetrieb ihrer Fanseite nicht unbedingt ein Vorreiter/Vorbild. Engagement eher gering. Um wirklich sichtbar zu sein – dazu zählt für mich auch die Sichbarkeit in kritischen Auseinandersetzungen positiv – sind solche Firmen auf engagierte Fans angewiesen. Idealerweise folgen nun 20 solcher Stürme bis Ende Jahr.

Und wo ist Coop? Beim Osterhasen stecken geblieben? ;)

Facebook, MIGROS, PDDS, Reichweite, Shitstorm, Weihnachten 2 Comments Read More

5 Fakten zu Shitstorms in Facebook 2.0

Posted on 31. July 2012 by Sam Steiner in Facebook

Problematisch: die grossen Änderungen in Facebook klemmen zwar den User Generated Content grösstenteils ab. Nicht aber die Shitstorms. Zwar haben die sogenannten Shitstorms in Facebook eine neue Form angenommen. Sie sind aber noch da.

Glücklicherweise. Aber das ist ein anderes Thema…

…hier 5 Fakten zu den Shitstorms in Facebook 2.0 – der neuen Art von Shitstorms, seit Facebook die grossen Änderungen im März durchgedrückt hat. Ich revidiere meine Aussagen, dass die Shitstormability in Facebook auf Null zurück ging. Die Gefahr ging zurück – die früheren Typen von Shitstorms gibt es nicht mehr. Eine neue Art ist aber da. Sie ist langsam, aber umso gefährlicher.

Weiter unten dann zwei aktuelle Beispiele dieser neuen Spezies.

1. Shitstorms in Facebook sind langsamer geworden

Sie sind aber nicht mehr so viral, wie vorher. Sie verbreiten sich langsamer. Dies aufgrund der Tatsache, dass sie nicht sichtbar sind, wenn man die Fanseite des Unternehmens anschaut. Shitstorms verbreiten sich jetzt praktisch ausschliesslich über Freundesbeziehungen von Freund zu Freund.

2. Shitstorms in Facebook sind “Threads”

Neu sind Shitstorms mit “Threads” in Online-Foren zu vergleichen. Sie fangen mit einem Beitrag eines “Fans” an und verbreiten sich mit jedem Kommentar, der dazu abgegeben wird weiter. Sie bestehen nicht mehr aus vielen separaten Beiträgen.

3. Shitstorms in Facebook sind oft “unter dem Radar”

Je nach Einstellungen des Schreibers kann der Shitstorm für viele komplett unsichtbar sein – bis jemand aus dem eigenen Kollegenkreis kommentiert. In diesem Bereich ist Facebook nach wie vor sehr undurchsichtig. Warum genau soll ein Beitrag in dieser Situation plötzlich sichtbar werden? Ich hatte den Fall schon erlebt, dass Beiträge sogar für die Betreiber der Fanseite nicht mal sichtbar waren. Meiner Meinung nach ein “Bug”. Wie soll man da rechtzeitig reagieren können?

4. Shitstorms in Facebook haben eine andere Reichweite

Deckt sich mit der neuen Verbreitungsart. Man erreicht nicht primär die bestehenden Facebook-Fans des Unternehmens mit der Diskussion. Man erreicht Freunde, Freundesfreunde, Freunde von Freundesfreunden usw. Das sind also im Gegensatz zu früher nicht grösstenteils Leute, die einen positiven Bezug zur Marke haben, sondern Gruppen von Leute, die eher mit dem “Kläger” sympathisieren.

5. Schnelle Reaktion ist umso wichtiger geworden

Es gilt heute, sofort zu reagieren bei solchen Anfängen. 6 Tage Reaktionszeit war vor dem März schon recht schlecht – heute umso mehr. Warum? Weil die Sichtbarkeit neu viel näher am Geschehen ist. Man sieht Freunde und Kollegen, die involviert sind und der Drang ist stärker, da noch mitzumischen – zu “helfen”.

Beispiel 1: SBB

Man kann sich fragen, ab wann von einem Shitstorm gesprochen werden kann. Früher hätte man vielleicht die Anzahl Beiträge auf der Pinnwand des Unternehmens gezählt. Heute ist diese Anzahl meist 1. Aber die Aktivität im Beitrag – und somit auch dessen Reichweite – ist massiv.

Die SBB haben 4’700 Fans – aber über 10’000 Personen, die darüber sprechen. Der Traum für Community Manager – wenn das positiver Buzz wäre. Grund ist ein Kunde, der überfallen wurde und ohne GA reisen musste. Bzw die suboptimale Behandlung im Zug. Der Beitrag fängt mit “Sehr geehrte SBB” an und ist recht sachlich geschrieben. Es hat über 10’000 Likes und 800 Kommentare – obwohl man es nicht findet, wenn man die SBB-Fanseite anschaut – auch wenn man auf “Beiträge von anderen” klickt.

Update: Es dauerte 6 Tage, bis die SBB darauf reagierten. Obwohl ein Wochenende dazwischen lag ist das viel zu lange. Man hätte viel früher merken müssen, dass da etwas im Anmarsch ist. Die SBB hat schnell reagiert, die Dynamik ging aber trotzdem weiter. Wenn 11’000 Personen involviert sind, kriegt das eine Reichweite von 1 Million oder mehr. Das kann man in der Schweiz schon als Shitstorm bezeichnen.

Hier ein Screenshot davon, bevor wir weiter unten eine Telekom-Firma anschauen:
Shitstorm in Facebook bei den SBB

Beispiel 2: Vodafone

Eine Stufe krasser geht’s ab bei Vodafone Deutschland. Allerdings würde ich Shitstorm-Skalen für Deutschland auch etwas höher anlegen. Schnelle Reaktionen wären hier umso wichtiger. Wir kennen die Geschichten von unzufriedenen Kunden von Telekom-Anbietern (Beispiel: Albtraum Sunrise). Dieser Beitrag einer verärgerten Kundin hat über 65’000 Likes und über 6’400 Kommentare. Reichweite hier kann in Richtung von 7 Millionen oder mehr gehen. Sowas will man lieber nicht, wenn es relativ leicht zu verhindern wäre. Beispielsweise mit funktionierender Administration und schneller Reaktion bei Fehlern.

Screenshot davon:
Shitstorm in Facebook bei Vodafone Deutschland

Ich habe die 6’400 Kommentare nicht durchgelesen, um herauszufinden, wie schnell Vodafone reagiert hat – wenn überhaupt.

Facebook, SBB, Shitstorm, Vodafone 8 Comments Read More

Shitstorms in Facebook?

Posted on 5. June 2012 by Sam Steiner in Facebook, Social Media

Vergangenheit. So geil die Medien auch immer waren auf die sogenannten “Shitstorms” – Meutereien von Fans oder Followers – so unmöglich sind sie in Facebook geworden seit der grossen Umstellung.

Facebook Fanseiten: One to Many Plattform

Rechtzeitig auf den Börsengang. Viele haben das nicht bemerkt. Medien schreiben weiter von sogenannten Shitstorms. Weil es “in” ist.

Aktuelles Beispiel: Sarah Kuttner und ihre Negerpuppe. Spiegel Online schreibt “Auf der Facebook-Seite der Autorin nähert sich die Zahl der Hasskommentare der Tausendermarke, Hunderte Tweets tragen den Namen der Künstlerin wütend in die Welt”.

Die Wirkung solcher Kommentare ist in Facebook massiv zurückgegangen.

Die Stimme der Benutzer wurde massiv zurückgestuft. Unternehmen haben nun in ihren Facebook Seiten die totale Kontrolle. Dies mag für rückwärts denkende Marketingchefs super interessant sein, das ganze Konzept von “User Generated Content” und lebendigen Communitys muss sich aber im gleichen Zug auch eine neue Plattform suchen. Wie das?

Neue Timeline: Firmeninhalte im Zentrum

Facebook hat Ende Februar 2012 das neue Layout von Fanseiten eingeführt. Die Timeline (Chronik). Beiträge von Fans auf der Pinnwand einer Facebook Seite werden nicht mehr sichtbar angezeigt. Sie verschwinden abgekürzt in einer Box oben rechts – visuell nicht auffällig. Dynamik bewusst abgeschaltet.

Notierenswert: auf der Fanseite von Sarah Kuttner sind Beiträge von anderen (Normalbenutzer) mittlerweile sogar komplett ausgeschaltet, die Seite ist eine klassische 1-to-Many Plattform. Man kann nur offizielle Beiträge kommentieren.

Problem für innovative Unternehmen

Die Stimme des Fans war aber zum grössten Teil nicht für Shitstorms wichtig, sondern für konstruktive Diskussionen rund um eine Firma, ein Thema oder ein Produkt. Firmen lernten, die Stimme der Kunden (auch gerade die Kritischen) zu schätzen als Mitdenker, Impulse von aussen oder Ambassadoren mit Reichweite. Virale Verbreitung basiert ja genau darauf, dass Normalmenschen von der Strasse seit wenigen Jahren auch online eine Stimme haben. Viralität hat viele innovative Dinge erst möglich gemacht.

Bye bye User Generated Content in Facebook Fanpages. I miss you.

Facebook, Fanseite, Sarah Kuttner, Shitstorm, Viralität 2 Comments Read More

Social Media Manager ZHAW

Posted on 6. March 2012 by Sam Steiner in Ausbildung, Schweiz, Social Media

Social Media Manager und Community Manager der SOMEXCLOUD (an der ich unterrichte) können nun dank der Zusammenarbeit mit der ZHAW ein ZHAW-Diplom verdienen. Social Media Manager ZHAW. Sehr gute News.

Laut Medienmitteilung:

Für Inhaber des SOMEXCLOUD Social Media Manager-Zertifikates bietet das Zentrum für
Marketing Management der ZHAW School of Management and Law neu die Möglichkeit,
die im Lehrgang erworbenen Kompetenzen in einer nach wissenschaftlichen Grundlagen
abgefassten Diplomarbeit unter Beweis zu stellen.

Social Media Manager ZHAW also – wäre doch was, oder? Es besteht ein klares und steigendes Bedürfnis nach gut ausgebildeten “Social Media Professionals”.

Absolventen mit SOMEXCLOUD-Zertifikat und nun eben auch mit dem ZHAW-Diplom haben gute Chancen im heutigen Marktumfeld. Zusätzlich zum Social Media Manager Zertifikat ist entweder der Nachweis von professioneller Erfahrung im Bereich Community Management, oder das SOMEXCLOUD Community Management Zertifikat nötig. Damit besteht die Möglichkeit, die ZHAW-Dimplomarbeit zu erarbeiten. Übrigens beinhaltet unser COmmunity Management Lehrgang auch das Modul “Shitstorm Management” – ein Novum!

Ich freue mich, dass unsere Stundenten (auch rückwirkend besteht die Möglichkeit) nun diese Chance haben. Für Recruiter ist das ZHAW ein starker Brand, das der SOMEXCLOUD den Rücken stärkt. Zurzeit denke ich, dass wir für jeden talentierten Abgänger dieser beiden Lehrgänge via Twitter & Co. eine Arbeitsstelle im Bereich Social Media finden.

(Bild: eine der mittlerweile schon 6 viele zertifizierten Klassen)

ausbildung, community management, Kurs, Lehrgang, Seminar, Shitstorm, Social Media Manager, somexcloud No Comments Read More

Über Sam Steiner

Ich helfe Firmen darin, das “neue Internet” zu verstehen und ihr Potential darin zu finden. Ziel: Ihre Präsenz im Web soll potentielle Kunden magnetisch anziehen.

An der SOMEXCLOUD Social Media Akademie in Zürich unterrichte ich angehende Social Media Managers und Community Managers.

Kontaktieren Sie mich für Social Media Referate, Beratung oder Coaching:

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