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Facebook geschäftlich nutzen – One Step Back

Posted on 4. June 2012 by Sam Steiner in Facebook

Nun will man Facebook geschäftlich nutzen. OK. Warum? Weil es andere tun – und Viele darüber reden.

Das. Ist. Keine. Strategie.

Mich schockierte eine Anfrage

Die Kernaussage war: man habe gesehen, dass viele Firmen ihr Profil in Facebook hinterlegen – das wolle man nun auch tun. Man wolle sich aber nicht privat registrieren, sondern nur die Firma rein stellen. Wie müsste man da am besten vorgehen?

Das ganze Web wird Social sein

Das Web verändert sich auf natürliche Weise. Was ich hier erkläre gilt viel breiter als nur für Facebook. Es geht um die Entwicklung des Webs, Sie verstehen? Sie müssen verstehen.

Ich vergleiche es mit einer Stadt namens Shareville. Früher bestand das Web aus Schaufenstern an Schaufenstern an Schaufenstern. Websites. Recht langweilige (aber teure) Websites. Passive Passanten in den grauen Strassen – man versucht sie anzulocken.

Sehr viele Online-Marketeers sind da stecken geblieben. Sie versuchen, ihr Schaufenster möglichst gut zu verlinken in der Stadt und überall Profile zu streuen. Früher erreichte man damit mehr als heute.

Die Stadt ist aber mehr. Da gibt es Cafés, Clubs, Kinos. Da gibt es vor allem Menschen, die man beobachten kann, denen man folgen kann, mit denen man ins Gespräch kommen kann. Schaufenster sind nicht mehr alles. Das ist eine natürliche Entwicklung. Social Web wird nicht weg gehen.

Entdeckungsreise

Heisst aber auch, dass man in der neuen Stadt einen gewissen Entdeckergeist mitbringen soll. Keine Angst haben, man im Café Facebook an einen Tisch mit Freunden zu sitzen. Klar, man erkundigt auch Café Google+ (wo mehr zu Fachthemen an Tische gesessen wird). Man lernt die neue Bedeutung von Video und der zweitgrössten Suchmaschine YouTube. Man interessiert sich für die Infostelle Quora und auch für Pinnwände wie Pinterest. So lernt man sich bewegen in Shareville.

Inhalte & Interaktionen rocken

Ich kann die Entdeckungsreise für niemanden abkürzen (sie hat ein offenes Ende). Eines kann ich aber voraussagen: man wird lernen, dass es heute im Web um gute, hilfreiche Inhalte geht statt um schöne Schaufenster und Marketingtexte. Es geht um Interaktionen und Austausch.

Frage: wie oft veröffentlichen Sie wertvolle, teilbare Inhalte im Web? Wie oft entstehen dann dankbare Diskussionen rund um diese Inhalte? Wie oft werden die Inhalte geteilt? Dorthin wollen Sie gelangen, wenn Sie im Web erfolgreich sein wollen. Mundpropaganda online. Gar nicht so schwer.

Stay away from Botox

Botox ist ein Nervengift. Geschliffene PR-Texte sind keine guten Inhalte. Sie werden kaum gelesen geschweige denn viral verbreitet. Geschliffene Firmenvideos sind keine guten Inhalte. Video allerdings wird sehr wichtig werden. Texte und Bilder werden sehr wichtig bleiben.

Das Problem ist das Schleifen bis zur Unkenntlichkeit.

Facebook Social Web fürs Geschäft nutzen

Ist man von der Erkundungsreise zurück (in Wahrheit bleibt man immer dran), geht es um konkretere Pläne für den Einsatz von Plattformen wie Facebook fürs Geschäft. Dazu muss man gewisse Fragen selbst beantwortet haben. Es geht um den konkreten Nutzen (soll es Kosten sparen oder Einnahmen erhöhen? Oder beides?). Geht es um Gewinnung von Kunden oder neuen Mitarbeitern? Geht es mehr um Branding?

Und man kommt zurück zu den Inhalten und Interaktionen. Man muss einen Ort schaffen, um solche Inhalte zu veröffentlichen – das darf nicht Facebook selbst sein. Und man muss Zeit einplanen, um in Interaktionen einzutauchen. In Facebook (das gilt für alle heutigen Plattformen) ist man nur sichtbar, wenn man aufsteht und frische Luft schnappt. Man muss hingehen, Inhalte veröffentlichen und Teil der Diskussionen werden.

Man muss Zeit einplanen, um zuzuhören. Fragen? Ich habe ein offenes Ohr. (und ich empfehle nun wirklich, das Shareville-Ebook zu lesen. Kostenloser Download ohne Adressangabe.)

Facebook, Inhalte, Interaktionen, Shareville, Social Web No Comments Read More

Facebook auf sandigem Boden

Posted on 14. May 2012 by Sam Steiner in Facebook, Shareville, Social Media

In Shareville wird man ungerne unterbrochen. Störungen stören.

Ich predige. Aufmerksamkeit durch hilfreiche, interessante oder emotional bewegende Inhalte. Magnetisch durch Infotainment. So zieht man Interessierte an und verschont die vielen Uninteressierten. Nur so erreicht man eine Teilbarkeit, die etwas in Bewegung bringt.

Für Unterbrecherwerbung haben wir eine gewisse Blindheit entwickelt (keine Neuheit). Wer plant, durch die Störung von 100’000 Empfängern, 5’000 (positive) Reaktionen zu erreichen, muss überdenken. Zwar werden heute die 5’000 mit Glück oder guter Adressselektion erreicht, vielleicht sogar mehr. Die restlichen 95’000 fühlen sich aber mehr gestört als vor 5 Jahren.

Auf engen Mobile-Bildschirmen stört Flächenverminderung durch Ads umso mehr.

Spannend finde ich, dass Facebook zu 82% durch Werbeanzeigen finanziert ist. Werbeanzeigen kann Facebook aber nicht ohne massiven Widerstand auf mobilen Bildschirmen anzeigen. Bereits jetzt passieren aber über die Hälfte der Zugriffe von mobilen Geräten.

Facebook baut zu über 82% auf einer austrocknenden Geldquelle. Auf Old-School Werbeanzeigen, wie MySpace damals und alle anderen Plattformen. Mark Zuckerberg weist auch regelmässig darauf hin (und kauft Mobile-Apps auf), Zocker verstehen das nicht und werden ihm trotzdem zuviel Geld in die Schuhe schieben.

PS: von den restlichen 18%, von dem ein Grossteil vom Spiele-Entwickler Zynga kommt, kommt auch der allergrösste Teil nicht von Mobile-Geräten.

Was denkt ihr, wird die Lösung sein? Unternehmensseiten kostenpflichtig ab 100’000 Likers? Danke für Kommentare unten.

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Willkommen in Shareville

Posted on 7. May 2012 by Sam Steiner in Shareville, Social Media

Shareville

Gestern hiess es: «Mit dem Internet wird die Welt zum Dorf». Heute ist dieses Dorf eine Stadt. Eine Stadt mit vielen ausgestorbenen Quartieren. Und einem pulsierenden Zentrum: «Social Web». Dieses Zentrum zwingt Unternehmen zum Umdenken. Denn «Social Web» revolutioniert die Weltwirtschaft mit rasender Geschwindigkeit.

Darüber habe ich an verschiedenen Stellen geschrieben und wer in einem meiner Social Media Workshops war, kennt die Analogie.

In Zusammenarbeit mit Notch Interactive und Bauchtreffer haben wir diese Web-Stadt-Analogie zu einem kostenlosen E-Book weiterentwickelt.

Im Shareville E-Book zeigen wir,

  • warum klassische Webseiten (Schaufenster) immer mehr an Bedeutung verlieren.
  • warum «Social Web» kein weiteres Werbemittel ist, dass dem Mediamix hinzugefügt werden kann.
  • warum Kunden im Trendquartier «Social Web» über die Zukunft Ihres Unternehmens entscheiden – egal, ob Sie zuhören oder nicht.
  • warum die Online-Profile Ihrer Kunden für Ihr Unternehmen immer wichtiger werden.
  • wie Sie Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeitenden mit dem «Shareville-Approach» Schritt für Schritt an eine erfolgreiche Präsenz im Trendquartier «Social Web» heranführen können.

Willkommen in Shareville! Hier geht’s zum Shareville E-Book.

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Interview mit Sam Steiner im persoenlich

Posted on 29. August 2011 by Sam Steiner in Community, Facebook, Schweiz, Shareville, Social Media

(Dieser Text wurde am 16. August 2011 im Sonder-Newsletter von persoenlich.com publiziert).

Wie gehen Unternehmen wirksam mit dem Social Web um? Die Social Media Akademie SOMEXCLOUD in Zürich vermittelt Wissen und Entscheidungsgrundlagen dazu. Zwei Lehrgänge sind schon gut unterwegs, die Nächsten starten bald. Ein Interview mit Sam Steiner, Social Web Berater bei alike und Dozent an der SOMEXCLOUD zum Modul “Facebook für Unternehmen“.

Überall wird Social Media gepredigt. Hand aufs Herz, muss wirklich jede Firma möglichst bald in Facebook, Twitter und YouTube präsent sein?

Nein. Lieber erst mal gar nichts tun. Wir lernen z.B. im Facebook-Modul, wie Firmen ihre Firmenseiten in Facebook totgebären können – wegen der Magie namens EdgeRank. Wenn eine Firma losschiesst, ohne Verständnis für die Eigenheiten der jeweiligen Plattformen und ohne Plan und Ziel, verbaut sie sich die Wirkung von Anfang an!

Wie meinen Sie das?

Am Beispiel von “EdgeRank”: wer eine Firmenseite in Facebook einstellt – passiv, ohne wirksames Community Management, ohne den Sinn für Dialog dann wird Facebook das merken und die Firma automatisch zurückstufen. Eine Firmenseite mit 50’000 Fans kann komplett wirkungslos werden. Da wieder raus zu kommen ist schwerer als neu anzufangen – auf beiden Wegen hat man Zeit oder Geld investiert und Investitionen in den Sand gesetzt. Solche Mechanismen zu kennen ist ein zentral wichtiges Fundament, um nicht in der Sackgasse zu enden. Das Fundament muss da sein, bevor man losbaut.

Einiges davon ist unvermeidbarer Hype. Aber das Social Web wird nicht vorbei gehen. Was wir jetzt sehen, ist eine Weiterentwicklung der Nutzungsmöglichkeiten des Webs. Nicht zuletzt durch technischen Fortschritt.

Man kann sich Webseiten vorstellen wie Schaufenster in der Stadt (ich nenne die Web-Stadt Shareville). Mehr oder weniger optimal ausgeschmückt. Wer ein gutes Schaufenster hat, gewinnt die Aufmerksamkeit der Passanten. Passanten sind aber unterwegs dorthin, wo mehr Leben stattfindet: zu den Cafés, Bars, an die Seepromenade. Dort finden lebendige Diskussionen statt, dort interagiert man.

Der Unterscheid zum Web 1.0?

Mit den neuen interaktiven Plattformen wird das Web zu einer lebendigen Stadt. Wo vorher eine Ansammlung von Schaufenstern in Seitengassen war, findet heute ein Austausch statt. Es zählt nicht mehr die ausgeschmückte Maske. Konsumenten haben Stimmen, Transparenz wird wichtiger, man glaubt den schönen Bildern weniger.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Firmen werden sich mit der neuen Online-Stadt befassen müssen, sich auch mal zu den Leuten auf dem Hauptplatz wagen. Mal herumhören, was über sie gesprochen wird und Teil des Gesprächs werden. Das ist zwar eine radikale Umgewöhnung – es war aber vorhersehbar, dass man nicht einfach schnell das Web erfindet und dieses dann auf ewig auf dem gleichen Ausbaustand bleibt. Das schöne Schaufenster in der Nebengasse wird zur Fehlinvestition, wenn es nicht ergänzt wird mit Interaktionen.

Ist das neue soziale Netzwerk von Google, Google+, eine Nebengasse oder ein neuer Hauptplatz?

Google+ ist definitiv ein spannender, lebendiger Platz. Übrigens einer, der sich klar unterschiedet von bestehenden “Plätzen” wie Twitter oder Facebook. Mehrere Plätze passen in die Stadt. Es geht nicht um eine einzelne Plattform – das wäre genau Hype – sondern darum zu verstehen, wie sich das Leben in der Stadt im Grundsatz verändert.

Ich als Person Sam Steiner, oder eine Firma, wir haben Adressen in der Stadt (=Websites). Ich treffe mich jedoch mit Menschen an unterschiedlichen Orten – je nach Thema des Abends passt ein Ort besser als der andere. Meist passieren die spannendsten Diskussionen nicht an meiner Adresse, sondern an einem öffentlichen Ort. Ich bin viel öfter mit Freunden zusammen als in einem Laden. Freunde erzählen begeistert von neuen Produkten und ich frage gezielt nach Erfahrungen. Das passiert online vermehrt genauso. Soziale Netzwerke sind nichts Neues. Sie erweitern nur unsere normalen Interaktionen neu auch ins Web.

Was macht denn eine gelungene Firmenseite in Facebook aus? Wie macht man es richtig?

Auf allen Hauptplätzen der Stadt – ob Facebook, Twitter, Xing oder sonstwo – gilt: nur Interaktionen sind sichtbar. Die paar Werbetafeln, die herumstehen, werden immer weniger beachtet. Das, was gerade jetzt passiert, wird gehört.

Wenn man die Analogie weiter treibt, merkt man: auch eine Firmenseite in Facebook ist ein Schaufenster. Zwar näher bei den Menschen aber dennoch recht tot, wenn keine Interaktionen stattfinden. Man klickt sich heute nicht durch zur Firmenseite, sondern man sieht die aktuellen Interaktionen dieser Firma auf der Startseite von Facebook – wenn diese Firma interagiert hat und nicht wegen EdgeRank zurückgestuft wurde.

Das heisst, um es gut zu machen, muss man Teil des Gesprächs sein wollen. Das heisst oft nur zuhören und reagieren. Echt sein und da sein – das heisst Zeit dafür budgetieren, ganz klar.

Im Somexcloud-Lehrgang halten Sie das Modul Facebook. Ist Facebook zurzeit die wichtigste Plattform?

Anzahlmässig: ja, mit Abstand. Von den 4 Millionen Web-Nutzern in der Schweiz sind 2,6 Millionen aktive Facebook-Benutzer. Platz 2 wäre YouTube, das immer mehr von Firmen genutzt wird – jetzt wo wir Brandbreite in jeder Hosentasche haben.

Allerdings rede ich nicht gerne von pauschalen Lösungen und Wunderwaffen. Jeder Platz in der Stadt hat seine Eigenarten und entsprechend unterschiedliche Menschen. Für die meisten Firmen geht es nicht darum, 2,6 Millionen neue Kunden zu gewinnen. Sie wollen dort im Gespräch sein, wo sich die Leute aufhalten, die mit den Produkten und Lösungen der Firma besser dran wären. Für Unternehmen, die Produkte breit an Endverbraucher verkaufen, kann Facebook mit den viralen Effekten viel bewirken.

Sie sind Social Web Berater – wie helfen Sie Unternehmen, sich in der Stadt zurechtzufinden, um bei Ihrem Bild zu bleiben?

Ich berate und betreue mit “alike” beispielsweise Firmen zum neuen Stadtleben. Für mich ist es wichtig, alle Plätze zu kennen. Durch das Social Media Spiel EmpireAvenue konnte ich sogar – sehr zu meiner Überraschung – eine wichtige Geschäftsbeziehung knüpfen. Blogs, Xing, LinkedIn, YouTube ergänzt mit klassischen AdWords und E-Mail-Newsletter setze ich aber gezielter ein. Die, die schon alles kennen, muss man nicht beraten, sondern jene, die mehr wissen wollen. Die sind oft noch nicht die Ober-Twitterer. Trotzdem sind Facebook und Twitter sehr wichtig für mich – neben dem “Am Ball sein” wegen Weiterempfehlungen.

Es ist ja eben so, dass man sich an den unterschiedlichen Plätzen in unterschiedlicher Stimmung aufhält. Man bespricht zwar gerne Produkte mit Freunden – möchte aber lieber tagsüber auf Xing übers konkrete Geschäft reden.

Warum soll man den SOMEXCLOUD-Lehrgang Ihrer Meinung nach besuchen?

Weil das Social Web nicht wieder weggehen wird und der gewiefte Umgang damit für Firmen (und damit für den eigenen beruflichen Werdegang) immer wichtiger wird. Und weil es auch Spass macht! Die Stimmung in den bisherigen Klassen habe ich als sehr gut erlebt.

Vielen Dank fürs nette Gespräch.

Ebenfalls! We are what we share. Wenn Leser Fragen haben, dürfen sie mich gerne in Twitter (@samsteiner) oder per E-Mail kontaktieren.

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Über Sam Steiner

Ich helfe Firmen darin, das “neue Internet” zu verstehen und ihr Potential darin zu finden. Ziel: Ihre Präsenz im Web soll potentielle Kunden magnetisch anziehen.

An der SOMEXCLOUD Social Media Akademie in Zürich unterrichte ich angehende Social Media Managers und Community Managers.

Kontaktieren Sie mich für Social Media Referate, Beratung oder Coaching:

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