Nun will man Facebook geschäftlich nutzen. OK. Warum? Weil es andere tun – und Viele darüber reden.
Das. Ist. Keine. Strategie.
Mich schockierte eine Anfrage
Die Kernaussage war: man habe gesehen, dass viele Firmen ihr Profil in Facebook hinterlegen – das wolle man nun auch tun. Man wolle sich aber nicht privat registrieren, sondern nur die Firma rein stellen. Wie müsste man da am besten vorgehen?
Das ganze Web wird Social sein
Das Web verändert sich auf natürliche Weise. Was ich hier erkläre gilt viel breiter als nur für Facebook. Es geht um die Entwicklung des Webs, Sie verstehen? Sie müssen verstehen.
Ich vergleiche es mit einer Stadt namens Shareville. Früher bestand das Web aus Schaufenstern an Schaufenstern an Schaufenstern. Websites. Recht langweilige (aber teure) Websites. Passive Passanten in den grauen Strassen – man versucht sie anzulocken.
Sehr viele Online-Marketeers sind da stecken geblieben. Sie versuchen, ihr Schaufenster möglichst gut zu verlinken in der Stadt und überall Profile zu streuen. Früher erreichte man damit mehr als heute.
Die Stadt ist aber mehr. Da gibt es Cafés, Clubs, Kinos. Da gibt es vor allem Menschen, die man beobachten kann, denen man folgen kann, mit denen man ins Gespräch kommen kann. Schaufenster sind nicht mehr alles. Das ist eine natürliche Entwicklung. Social Web wird nicht weg gehen.
Entdeckungsreise
Heisst aber auch, dass man in der neuen Stadt einen gewissen Entdeckergeist mitbringen soll. Keine Angst haben, man im Café Facebook an einen Tisch mit Freunden zu sitzen. Klar, man erkundigt auch Café Google+ (wo mehr zu Fachthemen an Tische gesessen wird). Man lernt die neue Bedeutung von Video und der zweitgrössten Suchmaschine YouTube. Man interessiert sich für die Infostelle Quora und auch für Pinnwände wie Pinterest. So lernt man sich bewegen in Shareville.
Inhalte & Interaktionen rocken
Ich kann die Entdeckungsreise für niemanden abkürzen (sie hat ein offenes Ende). Eines kann ich aber voraussagen: man wird lernen, dass es heute im Web um gute, hilfreiche Inhalte geht statt um schöne Schaufenster und Marketingtexte. Es geht um Interaktionen und Austausch.
Frage: wie oft veröffentlichen Sie wertvolle, teilbare Inhalte im Web? Wie oft entstehen dann dankbare Diskussionen rund um diese Inhalte? Wie oft werden die Inhalte geteilt? Dorthin wollen Sie gelangen, wenn Sie im Web erfolgreich sein wollen. Mundpropaganda online. Gar nicht so schwer.
Stay away from Botox
Botox ist ein Nervengift. Geschliffene PR-Texte sind keine guten Inhalte. Sie werden kaum gelesen geschweige denn viral verbreitet. Geschliffene Firmenvideos sind keine guten Inhalte. Video allerdings wird sehr wichtig werden. Texte und Bilder werden sehr wichtig bleiben.
Das Problem ist das Schleifen bis zur Unkenntlichkeit.
Facebook Social Web fürs Geschäft nutzen
Ist man von der Erkundungsreise zurück (in Wahrheit bleibt man immer dran), geht es um konkretere Pläne für den Einsatz von Plattformen wie Facebook fürs Geschäft. Dazu muss man gewisse Fragen selbst beantwortet haben. Es geht um den konkreten Nutzen (soll es Kosten sparen oder Einnahmen erhöhen? Oder beides?). Geht es um Gewinnung von Kunden oder neuen Mitarbeitern? Geht es mehr um Branding?
Und man kommt zurück zu den Inhalten und Interaktionen. Man muss einen Ort schaffen, um solche Inhalte zu veröffentlichen – das darf nicht Facebook selbst sein. Und man muss Zeit einplanen, um in Interaktionen einzutauchen. In Facebook (das gilt für alle heutigen Plattformen) ist man nur sichtbar, wenn man aufsteht und frische Luft schnappt. Man muss hingehen, Inhalte veröffentlichen und Teil der Diskussionen werden.
Man muss Zeit einplanen, um zuzuhören. Fragen? Ich habe ein offenes Ohr. (und ich empfehle nun wirklich, das Shareville-Ebook zu lesen. Kostenloser Download ohne Adressangabe.)
Danke für Empfehlungen via dieser Buttons! :)
Grüsse,
Sam Steiner


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